KONSUMENT.AT - Autobatterien im Test: Schwache Leistung - Autobatterien im Test: Schwache Leistung

Autobatterien im Test: Schwache Leistung

Batterie als häufigste Pannenursache

Seite 2 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 1/2008 veröffentlicht: 27.11.2007, aktualisiert: 21.12.2007

Inhalt

Leistungsangaben nicht erfüllt

Was besonders auffiel: Viele Fabrikate erfüllen die angeführten Leistungsangaben nicht. Das heißt, offenbar ist weniger drinnen als außen draufsteht. Unter anderem deshalb erzielten nur zwei Batterien das Testurteil „gut“, und zwar die Opel-Batterie und die Moll. Einige Produkte erreichten die angegebene Kapazität bei Weitem nicht (Global, ATU/Arktis High Tech sowie Ford). Andere wiederum schafften den auf der Batterie nach Europa-Norm (EN) angegebenen Kaltstartstrom nicht oder nicht ganz, bei ansonsten sehr guten Gebrauchseigenschaften. Hier sind Banner, beide ATU/Arktis, Bosch (und die baugleichen Varta) sowie Global zu nennen.

Auf einigen Exemplaren der geprüften Opel-Batterien war für die Kaltstartleistung der früher gebräuchliche DIN-Wert angegeben. Der wurde allerdings nicht richtig auf den EU-Norm-Wert umgerechnet. 400 Ampere nach DIN sind nur ca. 650 Ampere nach EN und nicht 800. Diesen Wert hat der Test allerdings weitgehend bestätigt, sodass Opel der kleine Etikettenschwindel verziehen werden kann. Auch, weil es ohnehin kaum passieren kann, dass jemand deshalb die falsche Batterie kauft. Schließlich handelt es sich um ein Original-Ersatzteil, das von der Werkstatt für das jeweils passende Opel-Modell angeboten wird.

Verwechslungsgefahr bei ATU

Die beiden Batterien von ATU/Arktis kann man hingegen verwechseln. Bei ähnlichem Aussehen und gleicher Gehäusegröße schneidet das Modell Qualitätsbatterie deutlich besser ab als das Modell High Tech. Sicheres Erkennungszeichen der besseren Variante ist neben dem weißen Gehäuse die Leistungsangabe 74 Ampere, während die schlechtere High Tech mit schwarzem Gehäuse nur mit 71 Ampere deklariert ist. Als einzige im Test war die Arktis High Tech nur „durchschnittlich“ rüttelfest. In diesem Test werden Erschütterungen simuliert, wie sie beim Fahren auf schlechten Straßen auftreten. Es darf nicht passieren, dass Elektrolyt aus dem Gehäuse austritt.

Teuer bedeutet nicht automatisch gut

Dass ein hoher Preis kein Garant für Qualität ist, beweist die Ford Motorcraft. Mit 198 Euro ist sie die teuerste Batterie und landet trotzdem am Ende der Tabelle: Zu geringe Kapazität und Ladungsaufnahme sowie eine schlechte Haltbarkeit ließen sie auf den letzten Platz zurückrutschen.

Säureschichtung verringert Speicherkapazität

Der geringe bis sehr geringe Wasserverlust – ausschlaggebend für die Haltbarkeit – hat sich im Test überwiegend bestätigt. Nur bei der Moll sank der Säurespiegel im Laufe des Tests etwas weiter ab. Allerdings kommt es bei wartungsfreien Batterien zu einem neuen Phänomen, nämlich der Neigung zur Säureschichtung. Wegen des stark reduzierten Wasserverlustes und der damit verbundenen geringen Gasung kommt es zu keiner Durchmischung des Elektrolyts mehr, die Säure konzentriert sich im unteren Bereich der Zellen, wodurch die Speicherkapazität der Batterie immer mehr abnimmt. Im Test neigten vier von zehn stark zur Säureschichtung.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
30 Stimmen
Weiterlesen