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Navigationsgeräte

Konkurrenz am Horizont

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 14.04.2010

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Kartenmaterial onboard und offboard

Und es wird nicht gekleckert – mit Kampfpreisen wollen die Telefonriesen die Navigatoren das Fürchten lehren. Mit der Kartensoftware haben sich diese ja bislang ein einträgliches Dauergeschäft gesichert. Jedes Update, das zumindest alle zwei Jahre fällig wird, kostet 50 bis 100 Euro. Für Handys kann man aktuelle Karten jederzeit aus dem Internet downloaden. Nachteil: Die Karten sind nicht im Gerät gespeichert (onboard), sondern bei jeder Navigation wird der benötigte Teil einer Karte heruntergeladen (offboard). Dafür wird eine ständige Internetverbindung benötigt – mit unvorhersehbaren Kosten; vor allem im Ausland, wo Roaming-Gebühren fällig werden.

Doch jetzt macht Nokia der Navi-Branche auch bei der Onboard-Software Konkurrenz. Für einige Nokia-Modelle steht seit Kurzem die hauseigene Onboard-Software Ovi Maps zur Verfügung. Karten aus 95 Ländern können downgeloadet werden – und das gratis! In Zukunft sollen alle GPSfähigen Nokia-Handys mit der Software ausgestattet sein.

Garmin will Spieß umdrehen

Wer soll dann noch ein Navigationsgerät kaufen? Auch das kleine Display der Handys ist kein Argument mehr, denn nicht nur die Smartphone-Hersteller Apple, Google oder Blackberry bieten Displays im Standardformat der Navis (3,5 Zoll bzw. 8,9 cm), auch die meisten klassischen Handyhersteller haben Modelle mit dieser Displaygröße im Angebot.

Doch der Durchmarsch der Handyhersteller auf dem Navi-Markt ist alles andere als eine ausgemachte Sache. Schon werden Stimmen laut, dass Nokia sich mit dem viel zu hohen Übernahmepreis für Navteq (5,7 Mrd. Euro) überhoben haben könnte. Die Navi-Hersteller wollen den Spieß umdrehen: Warum sollte nicht auch ein Navigationsgerät mit Telefonfunktion Chancen auf dem Markt haben? Garmin hat mit seiner Nüvifone-Serie bereits ein Navi mit Smartphone-Funktionen im Angebot, ein Start in Österreich ist allerdings noch ungewiss.

Standortbestimmung mangelhaft

Bei unserem Test im Vorjahr wurden beim Navigieren mit dem Handy auch einige Schwächen offenbar; vor allem die Standortbestimmung ließ zu wünschen übrig (siehe Konsument 8/2009). Nicht zuletzt lässt sich kaum vorhersagen, wie die Käufer reagieren werden. Wenn viele Menschen zwei bis drei Handys ihr Eigen nennen, warum sollte man dann nicht auch Handy und Navi nebeneinander benutzen? Konsumenten können den Machtkampf jedenfalls unbeschwert mitverfolgen: Die Preise (für Hard- wie für Software) werden wohl ins Rutschen kommen.

 

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Kommentare

  • Navigieren
    von arlow am 04.11.2010 um 12:02
    Es ist für mich erstaunlich, dass es so schwierig ist die Details die das Kartenmaterial bietet, herauszufinden. Ich hätte mir erwartet, dass es wichtig in einem Test ist, ob die Karten bestimmter Länder adressgenau geliefert werden oder nicht. Für Überlandstraßen genügt auch ein Straßenatlas. Das wichtiste Kriterium für ein Navigationssystem scheint mir daher, dass es mich zu einer bestimmten Adresse bringen kan, speziell in Länder, dessen Sprache einem ganz fremd sind, sodass man sich die Straßenname und Hinweisschilder nicht merken kann. Auch scheint nirgends auf, ob man geographische Zielkoordinaten eingeben kann oder nicht. Ich bin sicher, viele potentiellen Käufer haben die gleichen Schwierigkeiten um ein geeignetes Gerät auszuwählen, was ja schließlich der Sinn der publizierten Tests sein soll.
  • Nur Navigation im Auto?
    von ereinwein am 22.04.2010 um 18:09
    Bei den Tests der Navigationsgeräte vermisse ich jene, die sowohl zum Wandern (im Gelände, in Öffis) als auch im Auto (Routenberechnung und Kreuzungsanzeigen, aber ohne Sprachansage)geeignet sind, wie zB GARMIN etrx Legend HCx. Durch Zoomen, das zusätzliche Details bringt, reicht auch die kleine Bildfläche. Die Möglichkeit vorab Hotels (über die Adresse) oder beliebige Wegpunkte im Gelände (zB über die geografischen Koordinaten)am PC festzulegen und aufs Gerät überspielen zu können hat mir im Ausland bei Autofahrten und Wanderungen sehr geholfen. Leider ist in keinem Test ersichtlich mit welchen Koordinatenangaben Positionen auf der Landkarte in das Navi eingegeben werden können. Es fehlen also in den Tests die Universalnavis, die nicht aufs Auto beschränkt sind.