KONSUMENT.AT - Büffelmozzarella - Grausame Tötungen

Büffelmozzarella

Blutiger Käse

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KONSUMENT 11/2019 veröffentlicht: 24.10.2019

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Männliche Kälber als "Abfall"

Was in der Öffentlichkeit das meiste Entsetzen hervorrief, war jedoch das Schicksal der männlichen Kälber. Um Milch zu geben, müssen die Kühe jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen; 50 bis 70 Prozent der Kälber sind männlich – die gelten aber als "nutzloser Abfall", weil es kaum eine Fleischproduktion gibt. Mehr als drei Viertel der Büffelfarmen sind reine Milchproduzenten. So lässt man die Tiere einfach verhungern oder ertränkt sie in Güllegruben oder in Flüssen.

Um wenigstens die illegale Tötung der Tiere zu unterbinden, zahlt man den Bauern neuerdings ­eine Prämie von fünf Euro, wenn sie die Kälber zum Schlachthof bringen, und zwar erst 20 Tage nach ihrer Geburt, wenn die Wunde der abgetrennten Nabelschnur verheilt ist.

Büffelfleisch hätte hohe Qualität

Büffelfleisch gilt als unverkäuflich. Dabei enthält es weniger Fett und schädliches Cholesterin und ist reich an Proteinen und Eisen. "Wir haben hier pures Gold, nutzen es aber nicht", so ein gern zitierter Ausspruch des Büffelzüchterverbandspräsidenten Angelo Coletta. Dazu bedürfte es nicht nur einer Marketingkampagne, sondern es wären auch Subventionen nötig, um die Umstellung zu erleichtern. Allein könnten das die Bauern nicht stemmen.

Weniger illegale Tötungen

Die Zustände auf den Büffelfarmen sind nach wie vor schrecklich, wie Vier Pfoten in der soeben veröffentlichten Nachuntersuchung feststellt. Anerkannt wird, dass die Zahl der illegalen Tötungen männlicher Kälber stark zurückgegangen ist. Laut dem Nationalen Statistik-Institut ISTAT sind die (legalen) Schlachtungen in Schlachthöfen von 4.621 in 2006 auf über 52.000 in 2017 gestiegen. Das ist wohl in erster Linie auf die Registrierungspflicht zurückzuführen, die es schwer macht, Kälber einfach verschwinden zu lassen. Dazu kommt die erwähnte Prämie von fünf Euro.

Resümee ernüchternd

Dennoch ist das Resümee des Vier-Pfoten-Reports ernüchternd: "Es gibt nach wie vor schwerwiegende Probleme betreffend das Wohl der Tiere." 27 Büffelfarmen wurden besichtigt. Die allermeisten weisen ver­heerende Mängel auf. Die Stallungen sind schmutzig, die Tiere liegen in ihren eigenen Exkrementen.

Kälber werden innerhalb der ersten Tage, wenn nicht unmittelbar nach der Geburt vom Muttertier getrennt. Männliche Kälber wirken schwächer (anscheinend lässt man sie sterben). Hufe werden nicht behandelt, die zu langen Klauen bereiten bei jedem Schritt Schmerzen, auch Geschwüre und Wunden bleiben unbehandelt, Nasenringe führen zu Infektionen. 

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