KONSUMENT.AT - Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung - Anerkannte Methoden

Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung

Gegen Mief und Moder

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Konsument 3/2007 veröffentlicht: 14.02.2007

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Die anerkannten Methoden

Schwieriger ist die Sache, wenn Feuchtigkeit aus dem Boden in die Mauern dringt, was gerade bei älteren Gebäuden vorkommt, wo eine horizontale Abdichtung entweder fehlt oder nicht mehr funktionstüchtig ist. Gleich einem Schwamm saugt sich poröses Mauerwerk mit Wasser voll. Der Physiker spricht von kapillaren Kräften. Sie sind so stark, dass das Nass gegen das Gesetz der Schwerkraft in die Höhe steigen kann. Ähnlich wie bei einer Pflanze, wo das Wasser auch von den Wurzeln bis in die Blätter gelangt.

So segensreich dieser Prozess in der Botanik ist, in Bauwerken ist er unerwünscht. Wie er verhindert werden kann, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es gibt eine ganze Reihe von Sanierungsmaßnahmen, doch nicht alle sind naturwissenschaftlich erklärbar und keine ist ganz unproblematisch.

Sperrschicht einziehen

Die traditionsreichste Gegenmaßnahme besteht darin, eine Sperrschicht in das Mauerwerk einzuziehen, um so eine weitere Ausbreitung der Feuchtigkeit zu unterbinden. Das ist der mechanische Weg mit Hammer und Stemmeisen bzw. Säge oder mittels Eintreiben von Edelstahlplatten in die Mauer. Daneben gibt es auch den chemischen: Hier strebt man dieses Ziel mit der Injektion von wasserabweisenden bzw. -abdichtenden Substanzen an. Und schließlich besteht noch eine dritte Möglichkeit, die elektro-physikalische (Osmose): Ausgehend vom Prinzip der Elektroosmose – Wasser wandert stets vom positiven zum negativen Pol – wird durch das Anlegen eines elektrischen Feldes versucht, Wasser wieder zurück ins Erdreich zu leiten.

Alle drei Verfahren mit Tücken

Alle diese drei Trockenlegungsverfahren sind in der Fachwelt anerkannt, doch sie haben auch ihre spezifischen Tücken. Die Mauertrennung stellt einen erheblichen Eingriff in die Bausubstanz dar, was zu Statikproblemen führen kann. Das Injektionsverfahren versagt bei sehr hoher Durchfeuchtung. Und der elektro-physikalische Ansatz überzeugt mehr in der Theorie als in der Praxis; meist reicht die zulässige Spannung nicht aus, um ein Aufsteigen der Feuchtigkeit zu verhindern.

 

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