KONSUMENT.AT - Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung - Drainage und Putzabschlagen

Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung

Gegen Mief und Moder

Seite 4 von 11

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 3/2007 veröffentlicht: 14.02.2007

Inhalt

Verweis auf ÖNORM ist missverständlich

Auch der oft ins Treffen geführte Verweis auf die ÖNORM ist missverständlich. Gemeint ist nämlich meist nur, dass die Messung ÖNORM-konform erfolgt ist; was nicht bedeutet, dass das Verfahren gemäß der ÖNORM als wirksam anerkannt wird.

Führen die „Zauberkästen“ nun zu einer Entfeuchtung oder nicht? Wie sind die Erfahrungen in der praktischen Anwendung? Das ist letztlich die entscheidende Frage. Auch der Verweis auf eine lange Referenzliste ist mit Vorsicht zu genießen. Die Liste sagt nichts über die Ursachen und die Intensität des Feuchtebefalls vor dem Aufstellen des Gerätes aus und darüber, welche flankierenden Maßnahmen gesetzt wurden, die unter Umständen bereits zu der Verbesserung geführt haben.

Test 1993: Ergebnis negativ

Wir haben vor Jahren diese scheinbaren Wundergeräte getestet („Konsument“ 9/1993) – unser Ergebnis fiel negativ aus. Es melden sich auch immer wieder Konsumenten bei uns, bei denen das Gerät nichts nützt.
Auf den ersten Blick scheint der Käufer dieser Geräte kein großes Risiko einzugehen. Es wird ihm garantiert, dass die aufsteigende Feuchtigkeit in einer bestimmten Zeit, meistens innerhalb von drei Jahren, bis zur Mauerrestfeuchte abgesenkt wird. Andernfalls könne er das Gerät zurückgeben und der volle Kaufpreis würde ihm erstattet. Hört sich gut an.

Flankierende Maßnahmen: Drainage und Putzabschlagen

Ein genauerer Blick in die Unterlagen zeigt allerdings, dass die Garantie an Bedingungen geknüpft ist, vor allem an jene, dass der Käufer eine Reihe von flankierenden Maßnahmen durchführen muss, die in einer Checkliste vermerkt werden. Da heißt es dann beispielsweise, dass eine Drainage zu legen oder der alte Putz abzuschlagen ist. Arbeiten, für die sich die Gerätefirma nicht zuständig fühlt und für die der Kunde in der Regel andere Firmen beauftragen muss. Entgegen den schönen Werbeversprechungen fallen also in der Regel doch Baumaßnahmen an, es bleibt damit auch nicht bei den Kosten für das Gerät, die allein schon einige Tausend Euro für ein Einfamilienhaus ausmachen.

Kein Erfolg? Beweispflicht liegt beim Kunden

Bleibt der Erfolg aus, so liegt die Beweispflicht beim Kunden, was durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofes bestätigt wird. Der Konsument muss nachweisen, dass alle vermerkten Begleitmaßnahmen ordentlich durchgeführt worden sind, im Streitfall vielleicht auch, dass es sich bei dem Feuchtebefall nicht um Kondensationsfeuchte, sondern tatsächlich um aufsteigende Feuchte handelt, denn nur die ist per Garantieurkunde abgedeckt. Und das heißt: Ein unabhängiger Gutachter muss bestellt werden.

Zusatzkosten bremsen Prozesslust

Schnell kommen so Kosten zusammen, die bei Weitem den Kaufpreis des Gerätes übersteigen. Nur logisch, dass sich unter diesen Umständen kaum jemand auf einen Gerichtsstreit einlässt. Vielleicht hört man deshalb in der Öffentlichkeit so selten von enttäuschten Kunden …

Vorher in ein Gutachten investieren

Es ist daher am besten, sich vor der Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren über die Ursache der feuchten Wände ein Gutachten zu verschaffen. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung kann ein Fachmann auch abschätzen, welches Verfahren am besten geeignet ist. Ein einfaches Gutachten kostet ab 100 Euro, für eine Diagnose mit Probe-Entnahmen muss man mit mindestens 1500 Euro rechnen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
25 Stimmen
Weiterlesen