KONSUMENT.AT - Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung - Aquapol reagiert mit Klagsdrohungen

Mauertrockenlegung und Mauerentfeuchtung

Gegen Mief und Moder

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Konsument 3/2007 veröffentlicht: 14.02.2007

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Aquapol reagiert mit Klagsdrohungen

Seit der ORF in der Sendung „Help TV“ am 4. Oktober 2006 einen Beitrag über Mauertrockenlegungsverfahren brachte, ist in der Branche wieder Hektik ausgebrochen. Vor allem die Firma Aquapol zieht nach unseren Erfahrungen alle Register, um einen möglichen Imageschaden zu vermeiden.

Auf Betreiben von Aquapol wurde der ORF vom Bundeskommunikationssenat wegen Verletzung des Objektivitätsgebotes verurteilt. In der Sendung waren Beschwerden gegen zwei Anbieter von alternativen Mauertrocknungsverfahren geschildert worden, Aquapol war davon nicht betroffen und wurde auch nicht erwähnt. Wohl aber wurden im Vorspann der Sendung beispielhaft Prospekte gezeigt, die den Schriftzug von Aquapol trugen, allerdings kaum sichtbar. Das hatte für eine Verurteilung gereicht, für den ORF ist allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Gespräch abgebrochen

Doch damit nicht genug. Auch den Verein für Konsumenteninformation (VKI) will sich Aquapol nun offenbar vorknöpfen. Zunächst verlangte die Firma ein Gespräch mit dem VKI-Bauexperten, der bei „Help TV“ aufgetreten war. Der VKI erklärte sich sofort dazu bereit, ein Treffen im eigenen Haus zu arrangieren. Doch als zwei Vertreter von Aquapol zum vereinbarten Termin erschienen, zeigten sie sich empört, dass auch zwei Redakteure des VKI-Magazins „Konsument“ anwesend waren: Sie fühlten sich „in einer Verhörsituation“ und gingen unverrichteter Dinge davon. Das verwundert uns ein wenig, denn üblicherweise entscheidet eine Firma oder eine Organisation selbst, wen sie zu einem Treffen entsenden will und wen nicht. Im Interesse einer fairen Berichterstattung hielten wir es für angebracht, dass auch den Konsument-Redakteuren Gelegenheit geboten wird, sich über die Sichtweise eines namhaften Anbieters zu informieren.

Post vom Anwalt

Nach diesem etwas wehleidigem Abgang wurde allerdings schweres Geschütz in Stellung gebracht. Die Kanzlei von Aquapol, Gheneff-Rami-Sommer, schickte uns einen geharnischten Fünf-Seiten-Brief (Huberta Gheneff-Fürst hat früher mit Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer eine gemeinsame Kanzlei betrieben). Eine Woche später folgte das nächste Schreiben, in dem ultimativ eine „schriftliche Entschuldigung und eine Unterlassungserklärung“ gefordert wurden. Nun blieb auch uns nichts anderes übrig, als unseren Rechtsvertreter einzuschalten. Aus einem harmlosen Informationsaustausch war so binnen kürzester Zeit eine eskalierende Auseinandersetzung geworden, die nach unserer Auffassung völlig unnötig vom Zaun gebrochen worden ist. Sie ist auch nicht dazu angetan, die leidige Frage, ob alternative Mauertrocknungsverfahren nun wirksam sind oder nicht, endlich zu beantworten.

Ein Fall für Gewährleistung?

Wir hatten den beiden Aquapol-Vertretern bei ihrem (Kurz)Besuch auch eine Liste von drei Aquapol-Kunden übergeben, denen unserer Auffassung nach das Gewährleistungsrecht zustünde (mangels Vertragserfüllung). Die Firmenvertreter haben diese Liste damals nur widerwillig entgegengenommen, von ihrem Rechtsvertreter durften wir allerdings hernach erfahren, „dass zwischen unseren Mandanten und den drei in der Liste angeführten Kunden klärende Gespräche stattfinden“. Sollten diese Gespräche zur Zufriedenheit der Betroffenen zu Ende geführt werden, dann wäre wenigstens ein paar Menschen geholfen. Warum dafür ein solcher Umweg gewählt wurde, bleibt allerdings das Geheimnis der Firma Aquapol.

Am 28. Mai 2007 hat uns Aquapol zum Test aus dem Jahr 1993 mittgeteilt:

"Zu dem vom VKI in Auftrag gegebenen und von ihm seit 1993 publizistisch verwendeten Test in Bezug auf die Funktionsfähigkeit von Aquapol-Geräten teilen wir Ihnen mit, dass die Geräte der Firma Aquapol mittlerweile seit gut zehn Jahren regelmäßig weiterentwickelt wurden und nicht mehr dem damaligen Stand entsprechen."

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