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Passivhäuser

Wohnen ohne Heizen

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Konsument 8/2003 veröffentlicht: 16.07.2003

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Körperwärme zum Heizen

Erreicht wird das Ziel des heizungsfreien Wohnens durch mehrere Faktoren: Das Haus muss so konstruiert sein, dass keine Wärmebrücken entstehen können, es muss optimal isoliert sein und soll eine möglichst kleine Oberfläche haben (ideal ist ein einfacher Quader ohne Erker). Und es muss alle Wärmequellen ausnützen. Für die bestmögliche Nutzung der Sonnenenergie soll es nach Süden orientiert sein und ein Pultdach haben. Als Wärmequellen im Haus genügen die menschliche Körperwärme sowie die Wärme von Lichtquellen und Elektrogeräten: 80 Watt beträgt etwa die Wärmeabstrahlung eines Erwachsenen. Keine Raumwärme wird ungenutzt abgegeben.

Lüftungssystem sorgt für frische Luft

Passivhäuser werden über ein Komfortlüftungssystem ständig mit frischer Luft versorgt, wobei die Zuluft mittels Luft-Luft-Wärmetauscher durch die Abluft erwärmt wird. Zuvor wird die Zuluft noch durch Erd-Wärmetauscher vorgewärmt. Ein positiver Nebeneffekt ist eine ständige, gefilterte Frischluftzufuhr ohne Lüften.

Start in den 90er Jahren

Die ersten Passivhäuser wurden in den 90er-Jahren gebaut – es ist also eine noch sehr junge Technologie. Um diese Bauweise weiterzuentwickeln, wurde das CEPHEUS-Projekt (Cost Efficient Passive Houses as EUropean Standards) mit finanzieller Unterstützung der EU ins Leben gerufen. Dessen Ziel war es, das Funktionieren des Passivhaus-Konzepts anhand von 14 Gebäuden mit 221 Wohnungen in fünf Ländern zu überprüfen. In Österreich gibt es mittlerweile schon mehrere hundert Passivhäuser, sowohl Einfamilienhäuser als auch mehrgeschoßige Wohnbauten. Davon sind 6 Ein- und Mehrfamilienhäuser im Rahmen des CEPHEUS-Projekts wissenschaftlich bewertet worden (siehe dazu: Tabellen - "Passivhäuser").

Nur eines von 6 ist echt

Streng genommen ist nur eines der 6 Häuser ein Passivhaus, da die anderen über Notheizsysteme verfügen und damit einem Niedrigenergiehaus entsprechen (zur Definition der beiden Begriffe siehe: "Was ist der Unterschied?"). Bei den von CEPHEUS betreuten und überprüften Projekten lagen die Baukosten mit rund 1400 Euro/m2 durchaus im Rahmen konventionell gebauter Häuser. Im Schnitt erforderte die Weiterentwicklung eines Hauses von der gesetzlichen Mindestausführung zur Passivhausqualität zusätzliche Kosten von 14 Prozent.

Bewertung

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