KONSUMENT.AT - Computerhersteller im Ethik-Test - Zwei Richtlinien

Computerhersteller im Ethik-Test

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Konsument 4/2007 veröffentlicht: 21.03.2007

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Zwei Richtlinien - RoHS und WEEE

Man muss allerdings erwähnen, dass im Jahr 2006 zwei Richtlinien der EU in Kraft getreten sind, die die Elektronikindustrie zur Einhaltung bestimmter Umweltmaßnahmen verpflichtet: Die sogenannte RoHS-Richtlinie zielt darauf ab, die Verwendung von sechs gefährlichen Substanzen zu beschränken (Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom und die bromhaltigen Flammschutzmittel PBB und PBDE). Und die WEEE-Richtlinie zwingt zur Errichtung eines Rücknahmesystems für Elektronikschrott. Das erklärt zum Teil das gute Abschneiden im Bereich Umwelt. Außerdem basiert die Bewertung in diesem Bereich grundsätzlich auf Unternehmensangaben, die zwar zu belegen waren, aber keiner Überprüfung in der Praxis unterzogen werden konnten.

Ausgeglichenheit bei Vor-Ort-Untersuchung

Die Vor-Ort-Untersuchung in 24 Betrieben endete mit einem sehr ausgeglichenen Ergebnis, alle Computerkonzerne kamen mit einem durchschnittlichen Urteil davon (Note C), wobei das Engagement in China am schlechtesten bewertet wurde: Von den fünf Unternehmen, von denen Daten verfügbar waren, wurden drei negativ eingestuft (Note D).

Die Ausgewogenheit ergibt sich vor allem daraus, dass die Zulieferbetriebe durchwegs für mehrere Computerfirmen tätig sind. So fertigen mehrere Betriebe auf den Philippinen Komponenten für Festplattenlaufwerke für alle acht untersuchten Marken. Ein gutes Abschneiden einer solchen Firma kommt dann allen Computeranbietern gleichermaßen zugute. Das kann durchaus auch bedeuten, dass ein Unternehmen, das selbst sehr wenig Initiativen für die Einhaltung sozialer Mindeststandards gesetzt hat, von den Maßnahmen eines Konkurrenzunternehmens profitiert, das dem Zulieferer bestimmte Auflagen erteilt hat.

Aber grundsätzlich muss man wohl davon ausgehen, dass auch Unternehmen mit hohem Ethik-Anspruch noch nicht so weit sind, dass ihr CSR-Programm in allen Bereichen bereits Früchte tragen würde. Denn von der Bewusstwerdung eines Problems über die Erteilung konkreter Auflagen bis zur Änderung in der Praxis ist es ein weiter Weg.

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