KONSUMENT.AT - Internet sicher nutzen: E-Mails - Wer Ihre E-Mails lesen könnte

Internet sicher nutzen: E-Mails

Risiko im Anhang

Seite 2 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016, aktualisiert: 06.05.2016

Inhalt

Noch einmal lesen

Eine herkömmliche E-Mail ist schnell geschrieben, doch Sie sollten vor dem Ab­schicken aus mehreren Gründen nochmals drüber­lesen. Ist die Nachricht dem Sinn nach verständlich? Hat die automatische Korrekturfunktion zugeschlagen und selbsttätig Wörter geändert? Und stehen vor allem ­keine zu persönlichen Dinge drin?

Neugierige Blicke im unmittelbaren Umfeld

Natürlich haben nicht alle möglichen Leute von Haus aus Zugriff auf Ihren E-Mail-­Verkehr. Wer kommt also infrage? Zunächst einmal diejenigen, die erlaubter- oder unerlaubterweise Zugang zu Ihrem Computer oder Mobilgerät haben.

Bitte keine Pauschal­verdächtigungen, aber die Erfahrung sagt: Gelegen­heit macht neugierig. Es genügt schon, den Raum zu verlassen, ohne den PC zu sperren, oder sich die E-Mail-Vorschau standardmäßig auf dem Sperrbildschirm des Smartphones anzeigen zu lassen, damit ­quasi im Vorübergehen Informationen an die Öffentlichkeit gelangen können.

Dienstlich oder privat: Was der Arbeitgeber darf

Den kompletten E-Mail-Verkehr lesen kann die IT-Abteilung des Arbeitgebers. Das ist freilich ohne Betriebsvereinbarung bzw. die persönliche Zustimmung jedes Betroffenen nicht erlaubt und betrifft ausschließlich dienstliche E-Mails. In private E-Mails darf der Arbeitgeber keine Einsicht nehmen.

Was erlaubt ist, ist aber das generelle Verbot von privaten E-Mails am Arbeitsplatz. In einem solchen Fall genügt es, wenn der Arbeit­geber die Überwachung des dienstlichen Mailverkehrs ankündigt. Er benötigt dann keine weitere Zustimmung.

Provider: Analysiert und weitergegeben

Die E-Mails lesen können auch die Internetprovider. Sie tun dies automatisiert für eigene Zwecke, um – wie etwa Google – inte­ressenbasierte Werbung schalten zu können. Auf behördliche Anfrage geben sie freilich auch die E-Mails im Wortlaut heraus. Wie einfach das geht, hängt von den Gesetzen jenes Staates ab, in dem der Provider angesiedelt ist. Die NSA-Affäre hat gezeigt, dass die Gesetzeslage etwa in den USA sehr überwachungsfreundlich ist.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
16 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Verschlüsselung
    von ling am 13.05.2016 um 17:59
    Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus purer Faulheit. Es ist schon interessant zu beobachten wie kreativ Anwender sein können, wenn es darum geht, sich nicht bewegen zu müssen oder einen Millimeter von den Gewohnheiten abzuweichen. Und die Industrie unterstützt diese Trends noch prächtig. Wie sonst hätten sich Geräte à la Smartphone und Tablet so rasch entwickeln und in einer derart hohen Zahl verbreiten können. Ich habe schon Jugendliche erlebt die im Zug gegenüber saßen und einander SMS schickten. Doch zurück zur E-Mail: PGP gibt es schon fast ewig. Genützt wird es von einer Randgruppe erfahrener und verantwortungsbewusster Anwender. Der Rest versendet wie bisher elektronische Postkarten und Drucksachen. Damit man sicher unterwegs ist, muss man etwas tun und da wären wir wieder bei meiner Eingangsbemerkung. Es ist absolut "uncool" zu verschlüsseln, außerdem wie sollte man bei so vielen "Freunden" im Netz praktisch realisieren? Einen Schlüssel für alle? Für jeden einen Schlüssel? Wie verwaltet man die vielen Schlüssel? Ach ja, da gibt es ja diese Tresore... Die brauchen aber auch irgendeine Sicherheit - also noch ein Schlüssel. Das könnte man endlos fortsetzen. Irgendwann kommt dann der Punkt wo selbst der Anwender mit Verantwortung aufgibt - oder erst gar nicht anfängt.