KONSUMENT.AT - Mobiles Internet: Speedtest der RTR - Wovon hängt die Geschwindigkeit ab?

Mobiles Internet: Speedtest der RTR

Versprochen ist versprochen. Oder?

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KONSUMENT 9/2013 veröffentlicht: 17.06.2013, aktualisiert: 29.08.2013

Inhalt

Wovon hängt die erreichbare Geschwindigkeit ab?

Von einer ganzen Reihe von Faktoren:

  • Vom verwendeten Endgerät: Also vom eingesetzten Handy, Smartphone, Tablet-PC, Datenstick oder –modem. Bei weitem nicht jedes schafft es technisch, den gekauften Datendurchsatz auch tatsächlich zu verarbeiten. Hier gilt es (vor Kauf) die maximal erreichbare Datenrate des Endgerätes zu eruieren.
  • Vom Standort des Benutzers: Der Empfang ist in der Regel in Gebäuden, Kellern, Tunneln etc. schlechter als etwa im Freien. Auch die Entfernung zum Sendemasten ("Funkzelle") hat erheblichen Einfluss.
  • Von der Leistungsfähigkeit der Funkzelle des Mobilfunkanbieters: Darüber gibt es keine öffentlich verfügbaren Daten. Lediglich das Senderkataster, welches zwar Standorte und Leistungsklasse verrät, nicht jedoch den Betreiber. Die bei den Providern zu findenden "Netzwerk-Abdeckungs-Karten" sind äußerst unzuverlässig und sagen so gut wie nichts über die konkret zu erwartende Leistung aus.
  • Von der Zahl der Nutzer, und zwar der gleichzeitig in einer Funkzelle eingewählten Internet- oder Telefonienutzer.
  • Von der Größe der Datei, denn einige Provider übertragen größere Datenmengen schneller als kleinere (wo das Zeitproblem weniger auffällt).
  • Vom gewählten Mobil-Tarif und der damit verbundenen Einschränkung der Geschwindigkeit.

Höheres Datenvolumen, höherer Preis

Denn die Anbieter von mobilem Internet gestalten ihre Preise nicht nur nach dem in der Regel inkludierten Datenvolumen, sondern auch nach dem "Kleingedruckten", dem versprochenen Datendurchsatz – der vom Konsumenten aber wohl häufig nicht  beachtet wird. Ganz zu schweigen von den "minimalen Datenraten", die sich in den noch kleiner gedruckten AGBs finden sollten.

"Fullspeed internet" mit 2 Mbit/s?

Die Werbeversprechen scheinen hier höheres Gewicht als die rationale Überlegung zu haben. Wenn etwa bei einem Angebot von "Orange" auf der untersten Stufe der Geschwindigkeitsskala mit bis zu 2 Mbit/s die Rede von "Fullspeed internet" ist, stimmt dies nachdenklich. Aber, wie auch immer: Je höher die versprochene Geschwindigkeit, umso höher die monatliche Gebühr.

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Kommentare

  • 100% zahlen für 40% Leistung
    von Framido am 24.10.2013 um 10:51
    Ich finde es grudsätzlich als Abzocke, wenn man für 100% Geld nur 30 bis 40% Leistung bekommt. Es wundert mich nach wie vor, dass derartige Praxis allgemein üblich ist. In vielen Fällen ist dem Anbieter vollkommen klar, dass über die bestehenden Leitung (Festnetzt) nur maximal 50 % der Geschwindigkeit erreichbar ist. Dennoch wird das volle Entgeld verrechnet. Ich frage mich, wieso das in Österreich zulässig ist. Man sollte die Anbieter dazu verdonnern, das zu verrechnen, was sie auch liefern können. Die, die das schnellere Netz haben sollen entsprechend mehr, die mit dem langsamen Zugängen entsprechend weniger zahlen. Zumindest im Festnetz sollte das so sein, weil das jederzeit messbar und nachvollziehbar ist. Das würde vielleicht auch dazu führen, dass der Netzausbau etwas gerechter und gleichmäßiger erfolgt.
  • Mobiles Internet: Anbieter wechseln, Technik wechseln
    von REDAKTION am 21.10.2013 um 09:15

    Technisch wäre wohl die von ihnen angedachte Zugangsbeschränkung machbar, also eine Verbindung zwischen gebuchtem Datenvolumen und erlaubter Nutzung einer bestimmten Generation der Mobilfunktechnologie (GPS oder UMTS). Dies müsste aber in Ihrem Vertrag beziehungsweise in den AGBs des Anbieters festgehalten sein. Uns ist in Österreich keine solche Knebelung durch einen Provider bekannt - was uns auch eine Rückfrage bei der RTR bestätigte.

    Wenn Sie an Ihrem Standort regelmäßig nur einen Datendurchsatz von 1 Mbit/s erhalten (und damit sind sie ja nicht alleine, wie die Ergebnisse des RTR-Netztests zeigen) würde somit der Umstieg auf einen Vertrag mit höherer, maximal möglicher Durchsatzgeschwindigkeit mit Hinblick auf die Auswahl des GSM- oder UMTS-Netzwerks nichts bringen. In diesem Fall gibt wohl die Funkzelle Ihres Anbieters an Ihrem Standard-Ort einfach nicht mehr her. - Abhilfe könnten sie hier nur durch einen Wechsel bewerkstelligen. Und zwar Ihres Dienstanbieters und/oder der von Ihnen benutzten Mobilfunktechnologie.

    Anbieterwechsel: Sehen Sie sich auf der Ergebniskarte des RTR-Netztests die Werte anderer Teilnehmer in Ihrer Nachbarschaft an. Haben auch andere Kunden Ihres Anbieters in dem Gebiet so geringe Werte, jene eines anderen Providers aber deutlich höhere, wäre ein Wechsel zum "schnelleren Anbieter" wohl bereits ausreichend.
    Technologiewechsel: Ziehen Sie ein Upgrade auf LTE, die 4. Generation der Mobilfunktechnik, in Betracht, sofern (a) Ihr Dienstanbieter LTE anbietet und (b) Ihre Hardware diese Technologie überhaupt unterstützt. Damit würde eine Verbesserung sehr wahrscheinlich, ist gleichwohl aber nicht garantiert.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Datendurchsatz mobiles Internet
    von Goliasch am 18.10.2013 um 09:09
    Frage: Wenn der Datendurchsatz sich ohnehin nur bei rund 1Mbit/s bewegt, spielt es dann eine Rolle, ob der Anbieter (A) nur max 4Mbit oder (B) max 7Mbit gewährt? Bin ich mit beiden Anbietern dann gleich schnell/langsam im Internet unterwegs? Oder müsste man davon ausgehen, dass einem (A) nur ins GPRS Netz lässt und (B) ins HSDPA.....? Wie ist hier der richtige Gedankenansatz? LG christian