KONSUMENT.AT - Onlinespiele - Mit Geld zu schnellerem Erfolg

Onlinespiele

Gratis spielt's kaum

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

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Mit Geld zu schnellerem Erfolg 

Die häufigste Vorgehensweise ist, Spieler über den kostenlosen Zugang anzuwerben und später, z.B. über eine Premium-Mitgliedschaft oder kostenpflichtiges virtuelles Zubehör (Item genannt), zu zahlenden Kunden zu machen. Items können je nach Spiel beispielsweise eine Sportausrüstung, eine neue Frisur, Düngemittel für Felder, ein Gebäude oder ein magisches Schwert sein.

Psychologie und Ehrgeiz

Die Anbieter setzen dabei auf Psychologie – einerseits auf den Ehrgeiz, gewinnen zu ­wollen, andererseits auf den Gruppendruck, dem vor allem Jugendliche leicht erliegen. Die Spiele beginnen üblicherweise einfach, Items sind in der Anfangsphase noch leicht zu erspielen. Doch im weiteren Verlauf werden die Spiele bewusst immer schwieriger. Erfolgs­erlebnisse werden rar, Geduld ist ­gefragt, während die Mitspieler möglicherweise schneller und erfolgreicher voran­kommen.

Premium-Mitgliedschaft und gekauftes Zubehör

Mit einer Premium-Mitgliedschaft oder gekauftem Zubehör kann man seine eigene Position merklich verbessern. Käufliches ­Zubehör gibt es entweder gegen echtes Geld oder gegen eine Spielwährung, die wiederum mit Euros zu bezahlen ist. Oft werden Teilnehmern als Anreiz auch kleinere Beträge der Spielwährung im Rahmen von Aktionen oder für Freundschaftswerbung zur Ver­fügung gestellt. Sie lernen auf diese Weise die Vorteile eines erkauften Vorwärts­kommens im Spiel kennen.

Statussymbole: kaufen, handeln, erspielen 

Viele Items lassen sich nur mit hohem ­Zeitaufwand, gutem Spiel und viel Glück ­ergattern. Für Spieler sind diese virtuellen, schwer zu bekommenden Gegenstände ­Statussymbole. Wer damit ausgerüstet ist, genießt hohes Ansehen. Allerdings hat nicht jeder Spieler genügend Zeit und Ausdauer, prestigeträchtiges Zubehör selbst zu er­spielen.

Manche Spiele sind mit eigenen Marktplätzen oder Auktionshäusern ausgestattet, wo die Spielteilnehmer mit Items handeln können. Mittlerweile wurden die ersten Marktplätze allerdings wieder geschlossen. Ein Spiele­anbieter begründete dies mit der etwas ­fadenscheinigen Behauptung, der Handel würde den Spaß am Spielen untergraben. Vermutlich waren die Einnahmen gesunken, weil sich manche Spieler zu sehr auf das Kaufen und Verkaufen konzentriert hatten.

TOS: eingestellt und abgedreht

Der Spaß an einem Spiel kann übrigens auch aus einem anderen Grund plötzlich vorbei sein. Und zwar für immer. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (TOS – Terms of Service) der meisten F2P-Games ist fest­gehalten, dass das Spiel jederzeit eingestellt werden kann. Wer bereits viel Geld in die Ausstattung seiner Spielfigur gesteckt hat, hat in so einem Fall schlichtweg Pech, denn Eigentümer der virtuellen Ausrüstungs­gegenstände ist der Spieleanbieter. Spieler können Items nutzen, solange das Spiel ­besteht, haben aber keinerlei Anspruch auf Abgeltung angeschaffter Gegenstände.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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