KONSUMENT.AT - Zigarettenfilter - Belastung für Menschen, Tiere und Umwelt

Zigarettenfilter

Giftige Müll-Kippen

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 27.02.2020

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Unglaubliche 4,5 Billionen Zigarettenstummel werden weltweit pro Jahr achtlos weggeworfen. Mit schwerwiegenden Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt.

Bild: Robert-Lessmann / Shutterstock.com

Ein Frühlingstag auf einem Grazer Spielplatz: Das warme Wetter hat viele Familien ins Freie gelockt, überall wuseln kleine ­Kinder herum. Zwei rauchende Väter stehen etwas abseits, einer schnippt den Rest seiner Zigarette sorglos ins Gras. Ein kleines Mädchen, das die beiden beobachtet hat, krabbelt hin und hebt den Stummel neu­gierig auf, riecht daran. Der herbeieilende Vater kann das Kind gerade noch davon abhalten, sich den Stummel in den Mund zu stecken.

Aktion: eine Million Zigarettenstummel

"Das war der Moment, in dem ich mir ­dachte: So kann das nicht weitergehen", erzählt Georg Jillich. Die Schrecksekunde war der Auslöser für den Vater, die "Tschickstummelchallenge" ins Leben zu rufen: Mit möglichst vielen Mitstreitern ­sollen eine Million Zigarettenstummel im öffentlichen Raum gesammelt werden (www.beautifulwasteplaces.com).

Die Filter landen überall

24 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Österreichs rauchen regelmäßig, im EU-­weiten Durchschnitt sind es 21 Prozent. Weltweit werden jährlich rund 6 Billionen Zigaretten geraucht – mit schwerwiegenden Folgen nicht nur für Menschen, sondern auch für die Umwelt. Nach dem ­Rauchen werden die Zigarettenstummel oft achtlos weggeworfen.

Allein in Wien landen einer Hochrechnung der Wirtschaftsuniversität zufolge jährlich rund 500 Millionen Kippen auf dem Boden und in der Natur. Weltweit sind es laut der ­Weltgesundheitsorganisation WHO unglaubliche 4,5 Billionen Zigarettenstummel jährlich, die weggeworfen werden. Und sie sind überall: in Parks, auf Spielplätzen, auf öffentlichen Wiesen und Stränden.

Fische, Wale, Schildkröten

In einem Zigarettenfilter finden sich bis zu 4.000 schädliche Stoffe, darunter Teer, Nikotin, Blei, Arsen, Blausäure und Dioxin. Dieser giftige Mix kann im Fall des Verschluckens bei Kleinkindern zu Durchfall und Erbrechen führen. Für Hunde oder ­Vögel kann es sogar tödlich enden. Zigarettenreste wurden bereits im Magen-Darm-Trakt von Fischen, Walen und Meeresschildkröten gefunden.

Gefilterte Giftstoffe werden an Umwelt abgegeben

Die Auswirkungen auf die Umwelt sind ebenfalls verheerend: Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einem schwer abbaubaren Kunststoff. Es dauert viele ­Jahre, bis die Filter zerfallen. Die aus dem Rauch gefilterten Giftstoffe werden dabei freigesetzt und gelangen mit dem Regenwasser in den Boden und in Gewässer. Eine Kippe kann zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen.

WHO: Filter haben mehr Menschen abhängig gemacht

Zigarettenfilter wurden in den 1950er-Jahren eingeführt, weil sie das Rauchen ­angeblich gesünder machten – das behaupteten zumindest die Tabakfirmen. Für die WHO ist das jedoch Betrug: Die Filter hätten das Rauchen erleichtert und damit mehr Menschen abhängig gemacht. Heute machen sie laut WHO 30 bis 40 Prozent des Gesamtmülls aus, der in Städten und an Stränden vom Boden aufgesammelt wird. Damit sind sie gleich nach Plastiksackerl die am häufigsten weggeworfenen Einweg­artikel aus Kunststoff. 

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Bewertung

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4 Stimmen

Kommentare

  • Rücksichtsloses Verhalten...
    von TQM03 am 05.03.2020 um 12:58
    Schön und gut, dass für den öffentlichen Raum viel getan wird damit die Zigarettenstummel verschwinden. Bei einer Bushaltestelle, die zwar mit einem MA-48 Kübel mit Zigarettenascher versehen ist, trotzdem auf der privaten Hauszufahrt solche -kippen beim Abflussdeckel zu finden sind ist eine bodenlose Gemeinheit der Raucher. Diese Menschen sind manisch zwanghaft und zerstören Privateigentum von Nichtrauchern.
  • Gefahren fürs Leben
    von korn.tom@gmx.at am 22.02.2020 um 15:17
    Die allergrößte Lebensgefahr stellt allerdings das Leben selbst dar. Knapp 8 Milliarden Menschen sind derzeit durch Lebensgefahr bedroht. Was machen die Besserwisser da?