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Algen

Jod-Schock aus dem Meer

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Konsument 12/2003 veröffentlicht: 13.11.2003, aktualisiert: 04.12.2003

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Jodspeicher Kombu-Alge

Aus diesem Grund haben wir schon im Vorjahr (siehe dazu: Weitere Artikel - "Algen 1/2002") verschiedene Sorten von Algen aus Asien-Shops untersucht. Sie werden bei uns getrocknet und verpackt angeboten. Bei einigen davon lagen die Jod-Werte extrem hoch. Dabei handelte es sich durchwegs um Vertreter der Familie der Braunalgen (siehe dazu: "Algen im Überblick"). Spitzenwerte – 2900 Milligramm pro Kilogramm getrocknet – erreichte die Sorte Kombu, die unter anderem als Suppengrundlage verwendet wird.

Überdosis blockiert Schilddrüse

In keinem anderen Lebensmittel steckt derart viel Jod. Experten warnen daher vor einem regelmäßigen Verzehr solcher Algen, denn das kann zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen; zudem besteht die Gefahr schwer wiegender Spätfolgen. Bereits eine einmalige Überdosis von 1000 Milligramm Jod kann ausreichen, um die Schilddrüse zu blockieren und eine vorübergehende Unterfunktion auszulösen.

Körper braucht ca. 0,2 g täglich

Dabei ist unser Körper auf eine gewisse Menge Jod sogar angewiesen. Die Schilddrüse benötigt zirka 0,2 Milligramm täglich. Dieses lebenswichtige Spurenelement ist in unseren Breiten zumeist Mangelware, weil das im Boden vorhandene Jod während der letzten Eiszeit durch schmelzende Gletscher ins Meer geschwemmt wurde. Mit der Zeit hat sich unsere Schilddrüse auf die Mangelsituation eingestellt. Jedes Zuviel an Jod kann sie aus dem Takt bringen. Von einer Kombu-Alge würde ein winziges Stückchen ausreichen, um den Tagesbedarf zu decken.

Asiaten vertragen größere Mengen

Doch niemand kann so fein dosieren. Dass Asiaten größere Mengen problemlos vertragen, hat für uns nichts zu bedeuten. Sie sind seit Generationen und von klein auf an eine jodreiche Ernährung gewöhnt. Die Schilddrüse wehrt sich gegen zu hohe Dosen nach dem Überlaufprinzip: Überschüssiges wird mit dem Urin ausgeschieden. Bei Europäern funktioniert dieser Mechanismus nicht immer, vor allem ältere Menschen sind gefährdet.

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