KONSUMENT.AT - Baby: Beikostempfehlung bei Kinderärzten - Überwiegend positive Beratung

Baby: Beikostempfehlung bei Kinderärzten

Zeit für Brei

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KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012

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Überwiegend positive Beratung

Fazit: Der Test fiel insgesamt positiv aus. Elf der getesteten Kinderärztinnen und -ärzte machten ihre Sache sehr gut oder gut. In den meisten Fällen wurde vermittelt, dass mit der Beikost nicht vor dem 5 Monat begonnen werden darf. Einige der Mediziner rieten dazu, nur zu stillen, solange der Nährstoff­gehalt reicht. Die Beratungen dauerten zwischen 15 und 55 Minuten. Bis auf einen Arzt erkundigten sich alle Mediziner nach dem Mutter-Kind-Pass und sie wollten wissen, ob das Kind noch gestillt wird.

Zehn Ärzte untersuchten das Baby, acht fragten nach, ob das Kind eine Frühgeburt war. In neun Ordina­tionen wollten die Mediziner wissen, ob das Baby auch Flaschenkost erhält.

Abwertungen

Beim Teil­urteil Beratung schnitten 12 der getesteten 15 Ärzte mit „sehr gut“ beziehungsweise „gut“ ab, in drei Fällen mussten wir ein ­„weniger zufriedenstellend“ vergeben. Zwei der letztgenannten Ärzte wollten unserer Mutter weismachen, dass mit der Beikost bereits ab dem 4. Monat begonnen werden könne, dies führte zur Abwertung im Test.

Immerhin waren sich alle Kinderärzte einig, dass Muttermilch beziehungsweise Säug­lings­­anfangsnahrung zusätzlich zur Beikost angeboten werden solle. Unterschiedliche und fehlerhafte respektive unvollständige Auskünfte erhielt unsere Mutter dagegen, was die Gabe von Eiern, Fisch, Nüssen an­belangt. Dass Vielfalt auf dem Speisezettel förderlich ist, nicht gewürzt oder gesüßt ­werden sollte, wussten fast alle Ärzte. Auch dass bei der Einführung der Beikost kein Zwang ausgeübt und die Gewöhnung mit sehr kleinen Portionen (2 bis 3 Teelöffel) erfolgen sollte, wurde meistens vermittelt.

Informationsmaterial

In verschiedenen Ordinationen wurde unsere Mutter auch mit Informationsmaterial versorgt. Dabei zeigte sich allerdings, dass dieses teilweise nicht auf dem neuesten Stand war. Mitunter widersprachen darin gedruckte Aussagen gar dem in der Ordination mündlich gegebenen Rat. Fragwürdig erscheint auch, wenn von den Ärzten ausgegebene Bro­schüren von Beikostherstellern stammen, die darin Werbung für ihre Produkte betreiben. Derartiges Material hat unserer Meinung nach in Ordinationen nichts verloren, zumal in Österreich sehr gutes unabhängiges und zudem kostenloses Informationsmate­rial erhältlich ist.

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