KONSUMENT.AT - Bio-Lebensmittel - Wenige Großproduzenten, Hybridzüchtungen

Bio-Lebensmittel

Hinter der Idylle

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KONSUMENT 8/2013 veröffentlicht: 25.07.2013

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Nicht weniger industriell, sagt Arvay im ­Gespräch mit KONSUMENT, geht es im Bio-Landbau zu. Auch hier wird mit Hybrid­züchtungen das große Geschäft gemacht. Für ihre Bio-Marken bauen die Handelsriesen eigene Obst- und Gemüsebetriebe auf, sodass der ganze Markt von einigen wenigen Groß­produzenten bedient wird.

Csardahof der Familie Dichand

Eines der größten Unternehmen ist hier der Csardahof der ­Familie Dichand, die auch die "Kronen Zeitung" und das Gratisblatt "Heute" herausgibt und damit ordentlich Geld verdient. Mit sehr wenig Geld gehen dagegen diejenigen nach Hause, die auf den hektargroßen Feldern dieses Hofes von April bis November bei jeder Witterung im Einsatz sind.

Kritiker und Verräter 

Geschäftsführer am Csardahof, wo exklusiv für die Bio-Marke Zurück zum Ursprung von Diskonter Hofer produziert wird, ist übrigens Werner Lampert, Erfinder von Ja! Natürlich, der auch über andere Schienen nach wie vor dick im Bio-Geschäft ist. Äußert sich Lampert zu den Aktivitäten seines ehemaligen Mitarbeiters? "Erst hat er mich als Ver­naderer beschimpft, was ja nichts weniger als Ver­räter heißt", berichtet Arvay. "Jetzt tritt er auf einmal selbst als Kritiker der Indus­triali­sierung der Bio-Landwirtschaft auf."

Von der Idee zum großen Geschäft

Was schiefläuft im System, wer hier die Täter und wer die Opfer sind, ist für Clemens Arvay vollkommen klar. Seine Kritik richtet sich nicht gegen die biologische Landwirtschaft an sich, sondern gegen den Handel und seine Wirtschaftsweise. "Die Lebensmittelkon­zerne ­haben kein Interesse, die ökologische Landwirtschaft ernsthaft weiterzuent­wickeln. Sie missbrauchen die Idee dahinter und machen die Bauern zu Vertrags-Knechten, um Profite zu erwirtschaften."

Was ­heute in den Supermärkten als bio verkauft wird, sind für ihn die konventionellen ­Lebensmittel der Zukunft. Die derzeitige ­herkömmliche Produktionsweise kommt für Arvay überhaupt nicht mehr in Betracht.

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