KONSUMENT.AT - Bio-Lebensmittel - Die Macht der Konzerne

Bio-Lebensmittel

Hinter der Idylle

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KONSUMENT 8/2013 veröffentlicht: 25.07.2013

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Und was ist mit den Konsumenten? Auch auf den biologisch bewirtschafteten Feldern und später bei den Packstellen wird aussortiert, weil bei der Ware irgendetwas nicht passt – zu groß, zu klein, zu krumm. Nur die schönsten Sachen dürfen ins Regal. Auch das geht nach Ansicht von Clemens Arvay zulasten des Handels, denn "die Konzerne haben die Kunden dahin erzogen, sich so zu verhalten", nämlich nur formschönes Obst und Gemüse einzusacken.

Einkauf beim örtlichen Bauernladen

Wohin geht eigentlich der derzeitige Lehr­beauftragte am Joanneum Graz selber einkaufen? In den örtlichen Bauernladen, denn: "Der hat auch Produkte, die es im Supermarkt nicht gibt." Und außerdem: "Ich muss nicht immer alles haben. Jede Jahreszeit hat ihr spezielles Ernährungsprofil."

Arvay hat inzwischen im Südburgenland ein Haus gemietet und einen Acker gepachtet. Dort baut er, wenn er nicht gerade auf Lesereise ist, alte Gemüsesorten an, zum Teil selbst aus Samen gezogen. Dass die tägliche Einkaufs-Autofahrt des Großstädters aufs Land zum Bauern seines Vertrauens keine ­Lösung sein kann, ist auch ihm klar.

Die Macht der Konzerne brechen

Er wünscht sich, dass die Konsumenten die Macht der Konzerne brechen, ­indem sie anfangen, "jenes Bio zu unterstützen, das ihren eigenen Vorstellungen entspricht". Der Weg dorthin führt bei ihm über solidarische Landwirtschaft, dezentrale Strukturen und Lebensmittelkooperativen. Genau davon handelt sein neues Buch "Friss oder stirb", das vor Kurzem erschienen ist.

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