KONSUMENT.AT - Bio-Lebensmittel - Bücher von C. Arvay: "Friss oder stirb", "Der grosse Bio-Schmäh"

Bio-Lebensmittel

Hinter der Idylle

Seite 5 von 5

KONSUMENT 8/2013 veröffentlicht: 25.07.2013

Inhalt

Bücher von C. Arvay: "Friss oder stirb", "Der grosse Bio-Schmäh"

    Buch:  
  Der große Bio-Schmäh
  Wien: Ueberreuter 2012

Fast drei Monate lang reiste Clemens Arvay quer durch Europa und besuchte große Indus­triebetriebe ebenso wie kleine Landwirte, die eines gemeinsam haben: Sie stellen Bio-Lebensmittel her.

So wie in seinem Buch "Der große Bio-Schmäh" geht es auch in seinem neuen Buch "Friss oder stirb" um die Bedingungen, unter denen die großen Handels­ketten ihre Bio-Ware in die Regale bringen. Und darum, mit welchen Werbebotschaften die meist triste Realität geschönt und den Konsumenten eine heile Bio-Welt vorgegaukelt wird.

Was beim "Bio-Schmäh" nur am Rande vorkommt, ­nämlich ein lösungsorentierter Ansatz, nimmt diesmal breiten Raum ein. Lesern, die sich beim ersten Buch gefragt haben, was sie ­überhaupt noch kaufen können, werden hier Alternativen aufgezeigt.

Für ein dezentrales Lebensmittelsystem

    Buch:  

  Friss oder stirb 
  Salzburg: Ecowin 2013

Arvay plädiert in "Friss oder stirb" für ein de­zentrales Lebensmittelsystem: Regionale Bio-Märkte, lokale Bio-Läden, der eigene Gemüse­garten, Selbsternte-Parzellen und Ge­mein­schaftsgärten sind für ihn ebenso ein Weg zu "Ernährungssouveränität und Lebens­mittel­demokratie" wie das Bestellen von "Bio-Kisteln".

Ein besonderes Anliegen ist ihm die sogenannte solidarische Landwirtschaft, bei der sich Konsumenten an der Lebensmittel­produktion finanziell beteiligen oder zusätzlich in den Betrieben selbst mithelfen und dafür am Ernte-Ertrag beteiligt werden. Der Schwerpunkt des Textes liegt auf Expertengesprächen. Daten und Fakten zum Thema Landwirtschaft werden verständlich aufbereitet. Die Zusammenfassung von wichtigen Infos in Kästen sorgt für einen guten Überblick.

Profit statt Nachhaltigkeit

Clemens Arvays Kritik an der Bio-Industrie ist nicht neu. Unter Experten wird seit einigen ­Jahren problematisiert, dass sich die Wirtschaftsweise und die Vermarktungsstruk­turen der Bio-Betriebe jenen der konventionellen Landwirtschaft gefährlich annähern.

Statt um Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Natur- und Umweltschutz geht es zunehmend um Profit­orientierung, ungezügeltes Wachstum und ­Einsatz von allem, was technisch machbar ist. Dass nun auch in einer breiteren Öffentlichkeit darüber diskutiert wird, was hinter bio im Großformat steckt, ist gut so, auch wenn es wehtut. Denn nur, wenn die Dinge auf den Tisch gelegt werden, geht auf Dauer etwas weiter!

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
19 Stimmen