KONSUMENT.AT - Diäten: 5 Bücher zum Abnehmen - "Die Steinzeitdiät"

Diäten: 5 Bücher zum Abnehmen

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KONSUMENT 1/2014 veröffentlicht: 02.01.2014

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"Die Steinzeitdiät": in Stein gemeisselter Unsinn

Buch: Arthur De Vany - Die Steinzeitdiät (Bild: VKI)"Die Steinzeitdiät" von Arthur De Vany
(ISBN: 978-3-864700-00-2)

 Bewertung:

Mit dieser Diät können Sie gar nicht abnehmen (Bild: VKI/Haberl) 

Das steckt dahinter: Arthur de Vany ist Experte für altsteinzeitliche Ernährungsformen. Die von ihm entwickelte Diät bewirbt er im amerikanischen Fernsehen und auf einer eigenen Website. Sein Konzept basiert auf viel Eiweiß und wenig Kohlenhydraten. Genau genommen soll nur verspeist werden, was man selbst – oder ein anderer – pflücken, fangen und töten kann. Der Speiseplan besteht zu je einem Drittel aus rohem Obst und Gemüse, gekochtem Gemüse sowie Fleisch oder Fisch.

Das gibt’s zu essen: Erlaubt sind zwei, maximal drei Mahlzeiten pro Tag, die gründlich gekaut werden müssen. Getreide ist ebenso verboten wie getrocknete Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Soja und Sojaprodukte. Milchprodukte sind nur eingeschränkt und in geringen Mengen erlaubt. Neben Gemüse kommen täglich bis zu 425 g Fleisch bzw. Fisch auf den Tisch. Wem das zu viel ist, der kann auf Nahrungsergänzungsmittel ausweichen. Der Obstkonsum wird eingeschränkt, Nüsse sind nur in Maßen erlaubt, Öl wird lediglich zur Geschmacksverbesserung verwendet. Salz ist ebenso tabu wie verarbeitete Lebensmittel – lediglich ein kleiner Kuchen jährlich (Geburtstag!) ist erlaubt. Zum Trinken braucht man sich nicht zu zwingen, das eigene Durstgefühl reicht.

Was Sie noch ans Ziel bringt: Wenig, denn das Sportprogramm ist äußerst dürftig. Genau genommen beschreibt de Vany nur sein höchstpersönliches Trainingsprogramm, ohne Rücksicht darauf, ob das auch für andere Abnehmwillige Sinn macht. Eine erkennbare Struktur ist nicht vorhanden.

Das meinen wir dazu: Selbst wenn wir wollten, könnten wir uns 200.000 Jahre später nicht genauso wie unsere Vorfahren ernähren. Ganz abgesehen davon, dass das Spektrum der damaligen Ernährungsform von fast vegetarisch bis zu fleischlastig reichte, je nach Lebensraum. Die hier propagierte Ernährungsform enthält zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind verboten. Auch die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen wie Kalzium und Jod ist mangelhaft. Der üppige Fleischkonsum führt zu einer hohen Aufnahme von Cholesterin. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist hier ebenso wenig ein Thema wie vegetarische Ernährung. Und das Sportprogramm? Nicht der Rede wert!

Fazit: In Stein gemeißelter Unsinn - Steinalt heißt noch lange nicht gut.

Positiv/negativ:

+ hoher Gemüseanteil, keine verarbeiteten Lebensmittel
– Viel zu viel Eiweiß in Form von Fleisch und Fisch
– Verbot von Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchten
– Empfehlung von Nahrungsergänzungsmitteln

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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