KONSUMENT.AT - Ernährung: Mythen und Märchen - Ernährung: Mythen und Märchen

Ernährung: Mythen und Märchen

Oft behauptet, trotzdem falsch

Seite 2 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 9/2005 veröffentlicht: 22.08.2005

Inhalt

Aussage 5: " Kalorien nach 17 Uhr zählen doppelt"

Stimmt nicht

Kalorien zählen immer gleich viel. Wann Sie essen, ist egal. Worauf es ankommt ist, was und wie viel Sie essen. Und da kann bei einem geselligen abendlichen Zusammensitzen so nebenbei schon erheblich mehr zusammenkommen als bei einem „ganz normalen“ Mittagessen. Einige Gläser Wein, ein kalorienträchtigeres Dessert zum Kaffee, danach eventuell noch Knabberzeug … Allzu spätes Speisen sollten Sie auf jeden Fall besser meiden, da Sie mit vollem Bauch nicht so gut schlafen. Daher: Zwei bis drei Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen besser nichts mehr essen.

Aussage 6: " Frisch sind Obst und Gemüse am besten"

Stimmt

Aber nur dann, wenn sie wirklich frisch auf den Tisch kommen. Denn lange Transportwege, zu lange oder unsachgemäße Lagerung können die Qualität stark herabsetzen. Die besten Chancen auf Frische haben Sie bei heimischer Saisonware. Falls es gerade keine gibt, greifen Sie besser zu Tiefkühlware. Sie wird sofort nach der Ernte verarbeitet und liefert mehr Vitamine als Welkes aus dem Gemüseregal. Und auch Konserven sind oft eine gute Wahl. Zum Beispiel bei Paradeisern: Sie kommen voll ausgereift in die Dose und sind meist erheblich besser als außerhalb der Saison im Glashaus gezogene und für den Transport mitunter noch unreif geerntete Tomaten.

Aussage 7: " Erdäpfel, Nudeln und Brot machen dick"

Falsch

Erdäpfel und Nudeln machen nur dann dick, wenn sie mit üppigen Zubereitungsarten aufgefettet werden. Auch Brot hatte lange Zeit zu Unrecht ein Image als Dickmacher. Doch dick macht vor allem das Fett in Käse und Wurst, mit denen das Brot belegt wird: Ein Gramm Fett liefert mehr als doppelt so viele Kalorien wie ein Gramm Kohlenhydrate. Außerdem macht Fett nicht so lange satt wie Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln oder Erdäpfeln und der Körper kann es leicht als Depotfett (sprich in Form von Speckpölstern auf Hüfte und Bauch) speichern.

Aussage 8: " Geflügel ist magerer als Schweinefleisch"

Falsch

Egal ob Geflügel, Schweine-, Rind- oder Lammfleisch, bei allen Sorten gibt es sowohl fette als auch magere Teile. Bei Geflügel sitzt das meiste Fett unter der Haut. Wenn sie entfernt wird, eignen sich Huhn oder Truthahn recht gut zur Zubereitung fettarmer Fleischgerichte. Auch Wild ist in dieser Hinsicht günstig. Aber selbst mageres Fleisch kann zur Kalorienbombe werden, wenn es mit dicker Panier umhüllt wird oder in üppiger Soße schwimmt.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen