KONSUMENT.AT - Herkunft von Obst und Gemüse - Peruanischer Spargel

Herkunft von Obst und Gemüse

Einmal um die ganze Welt

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 16.02.2009, aktualisiert: 26.02.2009

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Obst und Gemüse wird auch außerhalb der Saisonzeiten nachgefragt und gekauft. Aber muss beispielsweise frischer Spargel im Winter wirklich sein? In manchen Super­märkten ist im November aus Peru(!) importierter Spargel erhältlich.
Mittlerweile sind Obst- und Gemüse­sorten, die bei uns nicht wachsen, fixer Teil der Kost geworden. Bananen und Orangen beispielsweise werden bei uns in größeren Mengen konsumiert als Marillen oder Pfirsiche. Doch selbst für exotisches Import­obst gibt es mehr oder weniger weit entfernte Erzeugerländer.

Unnötig lange Transportstrecken

Wenn Sie in die Entscheidung, welche Lebensmittel letztendlich in Ihrem Einkaufswagen landen, ökologische Kriterien einfließen lassen, dann ist klar: Über ­große Entfernungen Obst- und Gemüsesorten heranzukarren, die sich auch in nahe gelegenen Gebieten produzieren lassen, ist unsinnig. Umwelt und Klima werden je nach zurückgelegter Wegstrecke und je nach Transportmittel unterschiedlich stark belastet. Lkw beispielsweise stoßen weitaus mehr Treibhausgase aus als die Bahn. Flugtransporte von Waren aus Übersee sind extrem klimaschädlich. Sie belasten das Klima etliche Hundert Mal stärker als Transporte mit Hochseeschiffen. Typische Kandidaten für Flugtransporte sind leicht verderbliche Obst- und Gemüsesorten wie exotische Früchte, im Winter auch Erd­beeren oder Spargel.

Was die Transportstrecken anbelangt, belasten regionale Lebensmittel die Umwelt garantiert weniger als Importware. Das Transportmittel muss freilich auf kürzeren Wegstrecken ebenfalls stimmen: ­Viele Fahr­ten mit kleinen Lieferwägen sind ­wenig energieeffizient und verschlechtern die Klimabilanz regional erzeugter Pro­dukte deutlich.

Klimakiller Landwirtschaft?

Wer wirklich umweltbewusst einkaufen und essen will, muss aber noch umfassender denken. Denn gemessen an der Erzeugung der Lebensmittel geht für ihren Transport relativ wenig Energie auf. Berücksichtigt man die landwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung, den Handel und den Konsum (u.a. Einkaufen, Kühlen, Kochen), entfällt in etwa die Hälfte des Energieaufwandes und somit auch des Ausstoßes an Treibhaus­gasen auf die Landwirtschaft, und hier wiederum der Löwenanteil auf die Produktion tierischer Nahrungsmittel. Die Erzeugung von Fleisch, Butter und Käse ist wesentlich energieaufwendiger als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Wer sich „klimafreundlich“ ernähren will, isst nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche Fleisch.

 

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