KONSUMENT.AT - Marillen- und Germknödel - Kalorienbombe

Marillen- und Germknödel

Schnelles für Mehlspeis-Tiger

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 27.01.2010

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Süßes nährt (nicht nur) die Seele

Auch ohne Blick auf die ausgewiesenen Nährwerte dürfte jedem klar sein, dass die Knödel kein Diätessen sind. Was zwar nicht heißt, sie rigoros vom Speisezettel verbannen zu müssen. Doch wie so oft, kommt es auf die Menge an, will man verhindern, dass auf Lust gleich Frust (auf der Waage) folgt. Denn die süßen Dinger haben es wirklich in sich. Im Durchschnitt kommt ein Marillenknödel (mit Bröseln) auf 15,8 g Zucker/100 g und 4,3 g Fett/100 g. Ein Germknödel samt Mohngemisch enthält durchschnittlich 16,6 g Zucker/100 g und 3,8 g Fett/100 g. Weil über die Germknödel dann flüssige Butter kommt (auch bei zwei der Marillenknödel werden die Brösel in Butter geröstet), haben wir die analysierten Nährwerte um diese Butterzugabe ergänzt und somit veränderte Werte für Zucker und Fett erhalten. Was sich in erster Linie bei den Germknödeln auswirkt – die stehen nun mit einem durchschnittlichen Gesamtfettgehalt von 12,3 g/100 g da (Basis dieser Berechnung waren zusätzliche 20 g Butter je Knödel). Und das schlägt sich auch bei den Kalorien nieder. Während es ein Marillenknödel auf durchschnittlich 150 kcal bringt, hat ein Germknödel im Schnitt stolze 580 kcal, also fast viermal so viel wie ein Marillenknödel.

Fehlerhafte Kennzeichnung

Wie schon bei vorangegangenen Lebensmitteltests war die Kennzeichnung der Produkte auch diesmal nicht korrekt (zwei Mal entsprachen sie bei den Marillenknödeln nicht der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, ein Mal bei den Germknödeln). Seltsam fanden wir, dass bei manchen Produkten die Kilojoule-Zahl mit der von uns nachgerechneten übereinstimmte, die Kilokalorien-Zahl hingegen nicht, und auch umgekehrt. Manche Hersteller führen einen Ballaststoffgehalt an, ohne diesen jedoch bei den Kalorien zu berücksichtigen. Bei einigen ist unklar, ob die Nährwert­angaben allein für die Knödel gelten oder mitsamt Brösel-/Mohn-Gemisch. Andererseits: Welchen Sinn hat es, den Nährwert nur für die Knödel anzugeben – wer isst schon Knödel ohne Brösel bzw. ohne Mohn? Die Kalorien für Butter sollten übrigens auch ausgewiesen sein, weil sie ja ­wesentlich zum Kaloriengehalt bei Germknödeln beitragen.

Schlampige Herstellerangaben

Sowohl in Bezug auf den Prozentanteil der Fülle wie auch auf das Gewicht der beigepackten Brösel-/Mohn-Mischung und der Knödel kamen wir auf andere Zahlen. Wer etwa aus gesundheitlichen Gründen jedes Gramm auf seinem Speiseplan berechnen muss, braucht exakte Angaben. Man sollte sich also auf das verlassen können, was auf den Packungen steht. Daher haben wir, wenn mehr drin war als angegeben und die Abweichung mehr als 20 Prozent betrug, in der Kategorie „Genauigkeit der Herstellerangaben“ ein „Durchschnittlich“ vergeben. Zeigte unsere Waage weniger an als behauptet (Abweichung mehr als 20 Prozent), gab es von uns ein „Nicht ­zufriedenstellend.“

Der Preis ist heiß

Im Mittel kosten Marillenknödel 0,67 €/100 g, die günstigsten hat Gourmet Gold (0,38 €/ 100 g), die teuersten Hänsel & Gretel (1,19 €/ 100 g). Germknödel kosten mit durchschnittlich 0,55 €/100 g etwas weniger als Marillenknödel. Die billigsten liefert Süsser Teller (0,27 €/100 g), die teuersten auch hier Hänsel & Gretel (1,24 €/100 g). Wenigs­tens in puncto Preis ist also Schlemmen ohne allzu große Reue angesagt.

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Kommentare

  • Gewichtung der Verkostung
    von REDAKTION am 10.03.2010 um 12:44
    Die 40% Gewichtung für den Parameter "Verkostung" umfassen - wie Sie in der Gesamttabelle sehen können - nicht nur die Verkostung (Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack) sondern auch die Zusammenstellung (Verhältnis Teig - Fülle - Beigabe wie Brösel bzw. Mohnzucker) und ob die Erwartungen erfüllt wurden bzw. ob die Tester den betreffenden Knödel auch kaufen würden. Natürlich ist Geschmack immer etwas Subjektives, aber durch unser Panel, das von den Personen recht unterschiedlich zusammengesetzt ist (die Knödel wurden beispielsweise von bis zu 50 Personen verkostet) sollte gewährleistet sein, dass es sich um ein repräsentatives Ergebnis handelt. Ihr Konsument-Team
  • Gewichtung
    von ernsti am 04.03.2010 um 12:31
    Seltsam das die Verkostung so hoch gewichtet ist. Doch rein subjektiv. In Zeiten der Lebensmitteltäuschung wäre eine Qualitätsfaktor wohl wichtiger.