KONSUMENT.AT - Olivenöl im Test: Extra bitter - Das große Kosten

Olivenöl im Test: Extra bitter

Teure Öle schmecken nicht besser

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Konsument 9/2007 veröffentlicht: 21.08.2007

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Das große Kosten - So haben wir getestet

Ob die für den Test ausgewählten nativen Olivenöle extra tatsächlich top sind, hat für uns ein vom International Olive Oil Council (IOOC) anerkanntes Expertenpanel in Deutschland bewertet. Aber auch Laien ließen wir die Öle verkosten.

Professionelle Strenge

Alle unsere Olivenöle wurden vom Leiter des deutschen Prüfpanels zunächst mit einem Code anonymisiert. Olivenöl kann grün bis goldgelb sein. Um auszuschließen, dass das Expertenurteil eventuell von der Farbe des Öls beeinflusst wird, wurden die Proben in braunen Flakons an die Tester weitergeleitet. Die Experten des Prüfpanels testeten die Öle mit Genehmigung des IOOC in ihren Privatwohnungen. Die Prüfergebnisse wurden dann per E-Mail übermittelt.

Eventuell fehlerhafte Öle werden zur Gegenprobe an ein zweites, ebenfalls vom IOOC anerkanntes Panel geschickt – so das übliche Vorgehen bei einer Verkostung durch Experten. Auch einige Proben aus unserem Test wurden von einem zweiten Panel begutachtet. Da die Zweit-Gutachter die Prüfergebnisse des ersten Panels
bestätigten, stand die Beurteilung dieser Proben damit fest. Andernfalls hätten sie noch von einem dritten Panel bewertet werden müssen.

Milderes Laienurteil

Zusätzlich ließen wir das Olivenöl auch von Laien verkosten. Denn was nach strengen Expertenkriterien einwandfrei ist, trifft nicht immer den Geschmack von Konsumenten. Umgekehrt fallen Laienurteile bei Verkostungen oft milder aus (so auch diesmal), weil Laien eine weniger geschulte Zunge haben als
Profis.

Bevor es ans Beurteilen von Aussehen, Geschmack und Geruch ging, mussten unsere Laien allerdings erst selbst einen Test bestehen und aus drei anonymisierten Olivenölproben zwei gleiche herausfinden. Eine reichlich
schwierige Aufgabe, an der viele Verkostungsteilnehmer scheiterten. Nur wer diese Vorverkostung schaffte, war dann auch beim großen Testschmecken dabei.

Teure Öle schmecken nicht besser

Pro Sitzung wurden jeweils vier in neutrale Glasschüsselchen gefüllte Öle kritisch beäugt, berochen, tropfenweise geschlürft und abschließend nach dem Schulnotenprinzip beurteilt. Wer wollte, konnte zwischendurch zwecks
Geschmacksneutralisierung bei Wasser und Weißbrot zugreifen. Auch ein teures Olivenöl (21 Euro pro Liter) aus einem italienischen Feinkostladen durften unsere Tester verkosten. Ergebnis: Geht es nach unserem Laienpanel, können preisgünstige Olivenöle aus dem Supermarkt geschmacklich durchaus mit dem einen Öl vom Nobelitaliener mithalten.

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