KONSUMENT.AT - Vegetarische Bratwürste - Testkriterien

Vegetarische Bratwürste

Wenig Anreiz zum Fleischverzicht

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 25.09.2013

Inhalt

Testkriterien

Im Test: 11 Bratwürstel auf Tofu-, Soja-, Weizeneiweiß- oder Seitanbasis. Eingekauft wurde bei in großen Supermärkten (Rewe, Spar, Hofer) sowie bei den großen Bio-Supermärkten (Basic, denn‘s) und in Drogeriemärkten.

Der Energie-, Kochsalz-, Wasser-, und Fettgehalt wurde mit jenem von herkömmlichen Bratwürsten laut DGE-Nährwertberechnungsprogramm verglichen (DGE = Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Zum Vergleich wurden die Werte von Bratwurst und Rostbratwurst herangezogen. Außerdem wurden alle Produkte auf die Schwermetalle Blei und Cadmium sowie das Pestizid Glyphosat getestet. Eine mikrobiologische Untersuchung, eine Laienverkostung und die Frage nach der Herkunft der Rohstoffe waren ebenfalls Teil des Tests.

Schwermetalle: 10 %
Die Prüfung auf Schwermetalle – Cadmium, Blei – erfolgte mittels AAS (Atomabsorptionsspektroskopie).

Cadmium
Nachweisgrenze: < 10 µg/kg
Alle Cadmiumgehalte lagen weit unter den zulässigen Höchstgehalten.
Ein Gehalt über dem Median von 15 µg/kg Kadmium wurde mit "gut" beurteilt. Darunter liegende Produkte erhielten ein "sehr gut".

Blei
Nachweisgrenze: < 30 µg/kg
Die Bleigehalte der einzelnen Produkte waren unauffällig und lagen bei acht Produkten unter der Nachweisgrenze.

Pestizide: 10 %
AMPA/Glyphosat
Analyse in Anlehnung an ASU L 00.00-115 mittels GC/MS/MS (Gaschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie) und LC/MS/MS (Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie).

Kochsalzgehalt: 15 %
Natrium (Na) wurde mittels AS (Atomspektroskopie) bestimmt. Der Chloridgehalt (Cl) wurde mittels Titration ermittelt. Anschließend wurde der Kochsalzgehalt anhand des FSA-Ampelschemas bewertet (FSA = Food Standard Agency). Produkte mit einem Kochsalzgehalt von 0,3 bis 1,5 g/100 g wurden mit „mittel“ beurteilt. Produkte mit einem hohen Kochsalzgehalt = > 1,5 g/100 g wurden mit „hoch“ bewertet.

Fettgehalt: 15 %
Der Gesamtfettgehalt wurde gravimetrisch bestimmt und die Proben wurden vergleichend bewertet. Grundlage dafür waren der niedrigste und der höchste gefundene Wert sowie der Median aller Proben. Das Produkt mit dem niedrigsten Fettgehalt erhielt ein „sehr niedrig“ mit der vollen Punkteanzahl. Der Median lag bei 13,5 g/100 g und wurde als Grenze zwischen „durchschnittlich“ und „hoch“ eingezogen. Proben mit einem Fettgehalt zwischen 6,2 g und 13,5 g/100 g wurden also zwischen „sehr niedrig“ und „durchschnittlich“ gereiht. Würste mit einem Fettgehalt von mehr als 13,5 g/100 g erhielten ein „hoch“ bis „sehr hoch“.
War der Fettgehalt „sehr hoch“, so konnte das Gesamturteil maximal um zwei Noten besser sein als das Gruppenurteil beim Prüfpunkt Fettgehalt.

Mikrobiologie: 15 %
Alle Fleischersatzprodukte wurden auf folgende Keime untersucht:
Gesamtkeimzahl aerob. mesophil, Enterobacteriaceen, Staphylokokken koag. pos, Bacillus Cereus, Milchsäurebakterien, Listerien.

Gesamtkeimzahl: Produkte, bei denen die aerobe mesophile Gesamtkeimzahl zwar nachweisbar war, jedoch unter der Bestimmungsgrenze (< 10.000) bzw. bei 10.000 KBE/g (KBE = koloniebildende Einheit) lag, wurden mit „gut“ bewertet. Produkte deren Gesamtkeimzahl über 10.000 KBE/g lag, wurden mit „befriedigend“ beurteilt.

Milchsäurebakterien: Produkte, deren Wert unter der Bestimmungsgrenze von 100.000 KBE/g lagen, wurden mit "sehr gut" bewertet. Produkte mit einem Wert von 100.000 KBE/g oder mehr wurden mit „gut“ bewertet.

Das Gruppenurteil beim Prüfpunkt Mikrobiologie konnte nicht besser sein als das Unterurteil beim Prüfpunkt Gesamtkeimzahl.

Herkunft: 10 %
Die Herkunft der Rohstoffe ist für viele Konsumenten wichtig. Alle Hersteller wurden angeschrieben und nach der Herkunft der Hauptrohstoffe gefragt. Bewertet wurde, ob eine Auskunft gegeben wurde sowie deren Vollständigkeit. Erfolgte eine genaue Auskunft, d.h. zuordenbar nach Ländern, wurde mit „sehr gut“ benotet. Wurde nur eine Region (z.B. Europa) angegeben, lautete das Urteil „durchschnittlich“. Ein „nicht zufriedenstellend“ vergaben wir, wenn die Auskunft verweigert wurde.

Laienverkostung: 20 %
Diese wurde durch das VKI-Laienpanel durchgeführt. Die Beurteilung von Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack sowie die Vergabe des Gesamturteils erfolgte nach dem Schulnotensystem.

Kauf: 5 %
Im Rahmen der Laienverkostung wurde mit Ja/Nein abgefragt, ob die Tester das Produkt selbst kaufen würden.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
18 Stimmen

Kommentare

  • Quorn
    von tombert am 07.10.2013 um 10:34
    Auch wenn es derzeit nur in Deutschland und Schweiz regulär erhältlich ist, wäre ein kleiner Hinweis auf die Alternative Quorn interessant gewesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Quorn Zumindest die Werbeversprechen hören sich für mich besser an als Soja und Co.
  • ABER HALLO!!!
    von am 26.09.2013 um 12:32
    FAZIT: - Gesünder als Fleisch ( zumindest weniger ungesund ) - Weniger Umweltschädlich und Nachhaltiger als Fleisch - Und vor allem: OHNE BRUTALE GEMEINE TIEQUÄLEREI UND MORD also wenn das wenig anreiz sein soll was braucht man da noch..