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Weichmacher in Speiseölen

Alles im grünen Bereich

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Konsument 9/2008 veröffentlicht: 19.08.2008

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Sorge um Weichmacher

Schon nach der Veröffentlichung unseres ersten Olivenöl-Tests im September 2007 häuften sich bei uns die Anfragen verunsicherter Kunden. „Welche Salatöle enthalten keine Schadstoffe?“, lautete die am häufigs­ten gestellte Frage. Um darauf eine stichhaltige Antwort geben zu können, wählten wir für einen weiteren Test jene Ölsorten aus, die bei uns am häufigsten nachgefragt werden.

Das waren durchwegs reinsortige Öle: Sonnenblumen-, Raps-, Maiskeim- und Kürbiskernöl. Reinsortige Öle werden aus jener Ölfrucht hergestellt, nach der sie benannt sind, und dürfen nur zu einem geringfügigen Anteil anderes Öl enthalten. Öle, die aus verschiedenen Pflanzenölen gemischt sind, werden als Tafelöl, Salatöl, Speise- oder Pflanzenöl bezeichnet.

Getestete Öle einwandfrei

Von den Sorten Sonnenblumen-, Raps-, Maiskeim- und Kürbiskernöl suchten wir wiederum jene drei Produkte aus, die in den Geschäften am häufigsten angeboten werden. Bei unseren Olivenöl-Tests hatten die Verkostungsergebnisse wesentlichen Einfluss auf das abschließende Urteil. Das ist diesmal anders. Bei den jetzt getesteten Ölsorten sind die Qualitätsklassen weniger streng definiert, eine Expertenverkostung wie beim Olivenöl war daher nicht nötig. Da die Öle (ausgenommen Kernöl) zudem wenig Eigengeschmack haben, hätte auch eine Laienverkostung nicht viel Sinn ergeben.

Und weil Ölproduzenten gegen Umweltschadstoffe wie PAK schlussendlich weitgehend machtlos sind, haben wir diesmal „nur“ nach 16 verschiedenen Weichmachern gesucht. Gefunden haben wir keinen einzigen. Sämtliche untersuchten Ölproben waren frei von giftigen Weichmachern!

Speiseöle gibt es raffiniert und kaltgepresst. Durch Raffinieren (Reinigen) werden unerwünschte Bestandteile wie etwa unangenehme Geruchs- oder Geschmacksstoffe, aber auch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe aus dem Öl entfernt. Raffiniertes Öl ist heller, klarer und haltbarer als unbehandeltes Rohöl und relativ geschmacksneutral.

Kürbiskernöl am teuersten

Eine Kaltpressung ist schonender und weniger ergiebig. Für dieses Herstellungsverfahren ist darüber hinaus auch eine sorgfältigere Auswahl der Rohstoffe erforderlich. Kürbiskernöl wird meistens kaltgepresst angeboten. Und anders als beispielsweise Sonnenblumenkerne müssen Kürbiskerne vor dem Pressen noch geröstet werden. Kürbiskerne zählen darüber hinaus zu den teureren Rohstoffen. All das hat Auswirkungen auf den Preis: Kürbiskernöl ist bei Weitem die teuerste Ölsorte in unserem Test. Je 100 ml kosteten zwischen 1,36 (Pelzmann) und 2,54 Euro (Bio-Öl von Fandler). Da kommt Maiskeimöl mit 0,20 Euro (Clever, Estermann) bis 0,36 Euro pro 100 ml (Mazola) schon wesentlich günstiger. Auch mit Sonnenblumenöl lässt sich preiswert kochen. Pro 100 ml zahlten wir zwischen 0,20 (Sonni) und 0,64 Euro (Bio-Öl von Naturata). Etwas teurer wiederum Rapsöl mit 0,35 (Kronenöl) bis 0,72 Euro (Bio-Öl von Rapunzel) pro 100 ml.

Fette Auslobungen am Etikett

Wenn Sie Öl zum Kochen suchen, lohnt sich der Blick auf den Preis also durchaus. Von fetten Extra-Auslobungen sollten Sie sich beim Kauf nicht blenden lassen: „Cholesterinfrei“ prangt beispielsweise auf dem Etikett des Maiskeimöls von Mazola, den Rapsölen von Kronenöl und Rapso sowie dem Sonnenblumenöl von Osolio. Ein überaus entbehrlicher Hinweis, weil hier schlichtweg mit Selbstverständlichem geworben wird. Denn Pflanzenöle und andere pflanzliche Lebensmittel sind generell cholesterinfrei! Nahrungscholesterin findet sich ausschließlich in Lebensmitteln tierischer Herkunft (z.B. Eiern, Butter, Schmalz).

Auch den Hinweis „reich an Vitamin E“ auf den Flaschen der getesteten Maiskeimöle können Sie getrost vergessen. Der genaue Vergleich der Nährwertkennzeichnung sämtlicher untersuchten Öle zeigt nämlich: Das meiste Vitamin E enthält Osolio Sonnenblumenöl. Und bei diesem Öl wird auf den hohen Vitamingehalt nicht extra hingewiesen.

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