KONSUMENT.AT - Altenpflege daheim - Altenpflege daheim, Teil 3

Altenpflege daheim

Pflege braucht Planung

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Konsument 6/2007 veröffentlicht: 17.05.2007

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Pflege organisieren

Meist glauben Pflegewillige, es schon „irgendwie zu schaffen“: Aber Pflegebedürftigkeit kann – anders als noch vor zwanzig Jahren – Monate, ja sogar Jahre dauern. Und die Situation kann sich zunehmend verschärfen. Deshalb ist es am besten, einen Familienrat einzuberufen und gemeinsam mit der betroffenen Person Pläne zu schmieden: Was wünscht sie sich selbst? Wie können ihre Vorstellungen berücksichtigt werden? Was sagt der Arzt? Wird es besser werden oder ist eine Verschlechterung wahrscheinlicher? Was wird gebraucht? Essen auf Rädern, Hilfe bei Hausarbeit und Besorgungen oder auch Unterstützung beim Ankleiden und bei der Körperpflege? Wird bald ständige Betreuung und Pflege nötig? Müssen zusätzlich Hilfsmittel besorgt werden, z.B. ein verstellbares Krankenbett oder ein spezieller Toilettensitz? Was wird das alles kosten? Wer kann welche Aufgabe übernehmen?

Sicher, es fällt oft schwer, aber es ist unerlässlich, miteinander offen über diese Themen zu sprechen – und auch die eigenen Gefühle nicht auszuklammern. Einige Pflegebedürftige wollen ausschließlich von ihren Angehörigen umsorgt werden, andere ziehen etwa bei der Intimpflege professionelle Helfer vor. Manche Angehörige sehen sich außerstande, körperliche Pflege durchzuführen, wollen aber anderswie helfen. Jeder Handgriff zählt!

Verantwortung übernehmen

Legen Sie gleich zu Beginn fest, wer die Pflegeverantwortung tragen kann. Bei dieser Person müssen alle Fäden zusammenlaufen. Die anderen Beteiligten übernehmen viele ergänzende Aufgaben: morgens auf dem Weg ins Büro die Zeitung und frisches Gebäck vorbeibringen, die Amtswege erledigen, zum Arzt begleiten, einmal wöchentlich zum Tratschen oder Vorlesen auf Besuch kommen. Freunde können zum Kartenspielen vorbeischauen, Nachbarn Einkäufe mit erledigen. Auch muss geklärt werden, was zur Entlastung des Hauptverantwortlichen getan werden und wer die Urlaubs- und Krankheitsvertretung übernehmen kann. Die Aufgaben sollten verbindlich verteilt werden, eventuell sogar schriftlich. Denn aus einer Pflegeverantwortung kann man nicht einfach aussteigen.

Rivalitäten und Konflikte aus der Kinderzeit

In vielen Familien kommen schon bei der Planung Rivalitäten und Konflikte aus der Kinderzeit hoch. Dann herrscht Uneinigkeit über die richtige Vorgangsweise. Die einen fühlen sich zu Unrecht belastet, den anderen wird der Vorwurf gemacht, sich zu wenig einzusetzen. Deshalb sollten das Gespräch untereinander und das Bemühen um Kompromisse niemals abreißen. Vergegenwärtigen Sie sich auch immer wieder, dass die Probleme im Lauf der Zeit möglicherweise anwachsen und professionelle Pflegehilfe unumgänglich wird.

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