KONSUMENT.AT - Erben - Die Vorsorgevollmacht

Erben

Nicht nur der letzte Wille

Seite 3 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 3/2010 veröffentlicht: 17.02.2010

Inhalt

Die Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ermöglicht weiter gehende Entscheidungen. Sie muss aber vom Betroffenen erteilt werden und kann nicht von anderen betragt werden. Bevollmächtigen können Sie jeden außer Personen, die selber nicht mehr geschäfts- und entscheidungsfähig sind und solche, die in einer oder für eine Pflege- oder Krankenanstalt tätig sind, in der die betroffene Person sich aufhält. Es ist möglich, gleichlautende Vorsorgevollmachten für mehrere Personen auszustellen. Oder Sie legen fest, welche Angelegenheiten der Bevollmächtigte bzw. die Bevollmächtigte jeweils übernehmen soll.

Erstellung einer Vollmacht

Für die Erstellung einer Vollmacht gelten ähnliche strenge Vorschriften wie beim Testament:

  • Sie kann eigenhändig geschrieben und vom Vollmachtgeber unterzeichnet werden.
  • Sie kann fremdhändig (also mit der Schreibmaschine oder am Computer) erstellt und von drei Zeugen unterzeichnet werden.
  • Sie kann bei einem Notar, bei einem Rechtsanwalt oder vor Gericht errichtet werden.
  • Auf www.justiz.gv.at gibt es unter „Services/ Formulare/Sachwalterrecht“ einen Vordruck; der muss ebenfalls vom Vollmachtgeber selbst sowie von drei Zeugen unterzeichnet werden.

Darüber hinaus gilt eine Reihe inhaltlicher und formaler Vorschriften. So muss die Vorsorgevollmacht als solche bezeichnet sein, sie muss Name, Geburtsdatum und Wohnanschrift von Vollmachtgeber und Bevollmächtigten beinhalten und es muss genau definiert sein, wer für welche Aufgaben bevollmächtigt wird.

Spezialvollmacht

Für die Verfügung über ein Bankkonto ist es ratsam, im Rahmen der Vorsorgevollmacht eine Spezialvollmacht zu erteilen. Darin sollte genau erfasst sein, für welches Konto und bei welcher Bank die Spezialvollmacht gilt. Die Vorsorgevollmacht muss von einem Notar oder vom Gericht errichtet werden, wenn sie schwerwiegende, nachhaltige medizinische Behandlungen, Entscheidungen über eine dauerhafte Änderung des Wohnortes oder die Besorgung von Vermögensangelegenheiten betrifft, die nicht zum ordentlichen Wirtschaftsbetrieb gehören.

Sinnvoll ist es auch, Wünsche und Vorstellungen über Pflegeleistungen, Heimaufenthalt bzw. Heimeinweisung, medizinische Versorgung und Freizeitgestaltung niederzuschreiben.

Widerruf der Vollmacht

Die Vorsorgevollmacht kann von der bevollmächtigenden Person jederzeit widerrufen werden, solange diese sich im Besitz ihrer Geschäfts- und Einsichtsfähigkeit befindet. Es ist möglich, die Vorsorgevollmacht von einem Notar oder Rechtsanwalt im österreichischen zentralen Vertretungsverzeichnis registrieren zu lassen. Dadurch ist gesichert, dass sie im Fall des Falles auch gefunden wird. Auch der Widerruf kann im zentralen Vertretungsverzeichnis registriert werden.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Vetretungsbefugmnis
    von Lilach am 04.02.2013 um 18:21
    Leider mussten wir heute erahren, dass die Bank Austria grosse Schwierigkeiten bei der Vertretungsbefugnis mach. Für Geldbehebungen für die pflegebedürftige Person, möchte die Bank Austria jeweils die Vetretungsbefugnis und diverse Unterlagen sehen. Grössere Anschaffungen für die Pflegebedürftige dürfen lt.o.a. Bank nicht von dem Sparbuch der Pflegebedürftigen bezahlt werden.