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Fondsgebundene Lebensversicherungen mit Kapitalgarantie

Teuer abgesichert

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Konsument 1/2005 veröffentlicht: 13.12.2004

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Unterschiedliche Kapitalgarantie

Acht Lebensversicherungen mit Kapitalgarantie haben wir untersucht, und zwar sowohl fondsgebundene als auch indexorientierte. Fondsgebundene Lebensversicherungen unterscheiden sich sowohl im Aufbau als auch bei der Garantie von den Bankprodukten mit Kapitalgarantie (siehe „Konsument“ 12/ 2004).

Konkret bestehen solche Fondspolizzen aus zahlreichen Einzelfonds, meist um die 15, es können aber auch bis zu 40 verschiedene Fonds sein, in denen der Aktien- und der Anleihenanteil unterschiedlich gewichtet sind. Zu Beginn der Laufzeit wird in die risikoreicheren Aktienfonds investiert, gegen Ende und zur Absicherung von erzielten Gewinnen wird nach und nach in die sichereren Anleihen umgeschichtet.

Programme entscheiden

Die Möglichkeit der Partizipation an künftigen positiven Entwicklungen an den Börsen wird damit aber immer kleiner. Bei den normalen „fondsgebundenen“ wird die Entscheidung, wann und wie viel umgeschichtet wird, meist den Anlegern überlassen. Bei Produkten mit Kapitalgarantie entscheiden häufig Fondsmanager und mathematische Rechenprogramme. Die Garantien werden entweder durch den Deckungsstock (gebundenes Vermögen) des Versicherungsunternehmens oder durch große Investmenthäuser wie DWS oder Société Générale abgesichert. Die Kosten dieser Garantie werden nicht immer angegeben, betragen jedoch zumeist zwischen 0,5 und 1 Prozent des Fondswertes jährlich.

Zehn statt 15 Jahre Prämien

Aspecta, Donau und Wiener Städtische bieten eine „Garantieoption“, mit der der Anteil des Kapitals, das durch eine Garantie abgesichert werden soll, frei gewählt werden kann.
Beim Produkt der BA-CA werden drei Varianten mit abgekürzter Prämienzahlungsdauer angeboten. Beträgt die gewählte Laufzeit 15 Jahre, zahlt man 10 Jahre lang Prämien ein. Das bringt den Vorteil, dass man sich die monatlichen Beiträge am Ende der Laufzeit erspart und eventuell anderweitig anlegt. Großes Geld würde man damit ohnehin nicht mehr machen, da in diesem Stadium der Veranlagung die Sicherheit im Vordergrund steht, also der Anleihenanteil schon sehr hoch ist.

Die meisten dieser Angebote bauen auf laufenden Prämienzahlungen auf, bei manchen ist sowohl ein Einmalerlag als auch Ansparen über laufende Prämien möglich. Andere Anbieter wiederum legen dafür zwei verschiedene Produkte auf.

Lange Bindung, wenig flexibel

Generell stellen Versicherungen recht unflexible Anlagen dar. Die steuerlich empfohlene Mindestlaufzeit beträgt zehn Jahre, je nach individuellem Vertrag kann man auch noch viel länger gebunden sein. Ein Ausstieg ist zwar vorzeitig möglich, die Kapitalgarantie wird aber nur für das Ende der regulären Laufzeit abgegeben. Bei vorübergehenden finanziellen Engpässen ist eine Prämienfreistellung grundsätzlich möglich, bei der BA-CA verliert man dabei jedoch die Kapitalgarantie, bei Skandia werden Kosten in Höhe einer durchschnittlichen Monatsprämie fällig.

Ausstieg kann teuer werden

Auch wer plötzlich Geld übrig hat, kann nicht ohne weiteres mehr zahlen als vereinbart. Bei manchen Instituten ist es gänzlich ausgeschlossen, bei anderen ist ein Mindestbetrag nötig.
Im Unterschied zu reinen Anlageprodukten werden, wie bei jeder Lebensversicherung, die Kosten zu Beginn abgezogen. Bei einem Ausstieg zu Beginn der Laufzeit ist also in jedem Fall mit einem Verlust zu rechnen. Man erhält nicht das gesamte eingezahlte Kapital zurück. In diesem Fall gibt es auch keine Kapitalgarantie. Und: Posten wie Abschluss- und Verwaltungskosten, Versicherungssteuer, Risikoprämie etc. werden abgezogen!

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