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Lebensversicherungen

Düstere Abrechnung

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Konsument 6/2006 veröffentlicht: 17.05.2006

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Sehr unklare Gewinnbeteiligung

Das stößt vielen Versicherten besonders dann ziemlich sauer auf, wenn die Versicherungsunternehmen alljährlich ihre Jahresgewinne bekannt geben. So mancher Versicherte nimmt die erfreulichen Zahlen erstmals zum Anlass, um über die eigene, deutlich weniger erfreuliche Gewinnbeteiligung zu grübeln. Schließlich findet sich in vielen Vertragsunterlagen ja sogar der Hinweis, dass die „Gewinnerträge vom Geschäftserfolg des Unternehmens abhängig sind“. Das stimmt aber so nicht ganz. Genau betrachtet nimmt der Versicherte lediglich am Überschuss des Gewinnverbandes seines Vertrags teil. Von diesem Veranlagungsgewinn ist laut Versicherungsaufsichtsgesetz
ein „angemessener“ Teil an die Versicherten auszuschütten – in der Praxis üblicherweise rund 85 Prozent –, der Rest verbleibt dem Versicherer als Gewinn.

Finanzmarktaufsicht fordert mehr Transparenz

Doch: Ist dem tatsächlich so, und wie kann ich das überprüfen, fragt sich der Versicherte. Und er ist damit in guter Gesellschaft: Auch die Finanzmarktaufsicht (FMA), das oberste Kontrollorgan der heimischen Banken und Versicherer, fordert mittlerweile mehr Klarheit und Nachvollziehbarkeit dabei, wie die Gewinnbeteiligung zu Stande kommt und welcher Anteil tatsächlich ausbezahlt wird.

Ziel: Klare Regel für Gewinnauszahlung

Im Herbst 2006 soll daher gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft ein Verordnungsentwurf erarbeitet werden, der klar regelt, welchen Anteil am Gewinn der jeweilige Versicherer an seine Kunden auszuzahlen hat. Weiters sollen die Versicherten in Hinkunft nicht nur darüber informiert werden, wie hoch die tatsächliche Gewinnbeteiligung ist, sondern auch darüber, wie diese zu Stande kam.

Erträge deutlich unter den Versprechungen

Faktum ist, dass der Ertrag der meisten Verträge deutlich unter dem liegt, was bei Vertragsabschluss in Aussicht gestellt wurde. Im Vergleich mit den ebenfalls relativ sicheren Rentenfonds schneiden die Lebensversicherungen sogar ziemlich mager ab und nur geringfügig besser als die viel kürzer gebundenen Sparbücher.

Hohe Unterschiede in der Performance

Vergleicht man die einzelnen Versicherungsprodukte miteinander, zeigt sich, dass es bei ähnlichen Verträgen doch deutliche Unterschiede in der Performance geben kann. Eine direkte Gegenüberstellung der einzelnen Anbieter war bei diesem Check allerdings trotz der vielen Einsendungen nur begrenzt möglich. Denn anders als bei unseren sonstigen Tests, wo alle Anbieter mit völlig identischen Ausgangsbedingungen konfrontiert werden, gab es bei den eingesandten Versicherungsverträgen oft Unterschiede hinsichtlich Abschlusszeitpunkt, Alter bei Vertragsabschluss, Laufzeit oder Zusätzen. Eine generelle Aussage, ob bestimmte Versicherer durchgehend bessere oder schlechtere Performancewerte aufweisen, ist daher nicht möglich.

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