KONSUMENT.AT - Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge - Umstieg – ja oder nein?

Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge

Geplatzte Träume

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 25.02.2014, aktualisiert: 13.03.2014

Inhalt

Umstieg – ja oder nein?

Für einen Umstieg spricht, dass Sie zum Beispiel aus einem ausgestoppten Vertrag herauskommen, ohne die staatlichen Förderungen (Prämie und Steuerbefreiung) zurückzahlen zu müssen.

Gegen einen Umstieg spricht:

  • die bisherige Entwicklung dieses Produkts, das trotz guter Performancezahlen der investierten Wertpapiere generell nicht das brachte, was den Anlegern weisgemacht worden war;
  • die Tatsache, dass Sie sich durch einen Umstieg keine wesentlichen Verbesserungen bei den Konditionen und Kosten erwarten dürfen;
  • die nach wie vor große Intransparenz bei den Umstiegskonditionen und der Kostenaufschlüsselung;
  • die Tatsache, dass Sie sich so mindestens auf weitere zehn Jahre oder sogar deutlich länger binden.

"Automatisch" umgestellt

Einige Anbieter stellen alle bisherigen Verträge "automatisch" auf die neuen Gesetzesbestimmungen um. In manchen Fällen ändert sich dadurch nichts, mit Ausnahme der Veranlagungsstrategie. Unter Umständen kommt es aber zu einem Neuvertrag, der innerhalb einer bestimmten Frist entweder akzeptiert oder abgelehnt werden muss.

Nachteile bei Verlängerung

Stimmen Sie zu, dann kann es Ihnen im schlechtesten Fall so ergehen wie dem Anleger aus unserem Beispielfall, der damit eine deutlich niedrigere Rentenleistung akzeptieren würde. Lehnen Sie ab, dann bleiben Sie unter Umständen noch auf Jahre hinaus auf einem ausgestoppten Vertrag sitzen, bei dem "die ertragswirksame Aktienquote weiterhin zwischen 0 und 1 Prozent liegen wird", wie es in einem Praxisfall so schön heißt. Das eingezahlte Kapital wächst dann mit viel Glück gerade mal um die (bescheidene) staatliche Prämie an.

Nachteile bei Kündigung

Eine weitere Alternative wäre, zu kündigen – was mit steuerlichen Nachteilen verbunden ist – oder den Vertrag zu beenden und das Fondsvermögen, wieder mit steuerlichen Nachteilen, in ein alternatives Versicherungsprodukt einzubringen.

Beraten lassen!

Für den Einzelfall bleibt nur die Empfehlung: Holen Sie Zweit- und Drittmeinungen zu einem möglichen Umstieg ein, z.B. von unabhängigen Vermögensberatern oder Versicherungsmaklern. Auf eigene Faust sind die Konsequenzen dieser intransparenten Vertragswerke und Konditionen kaum abzuschätzen.

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Kommentare

  • Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge / Kapitalgarantie
    von baxe am 09.02.2015 um 21:35
    Hallo Miteinander, Das die PZV eine Todgeburt ist war ja bereits bekannt. Es geht aber noch schlimmer! Die Kapitalgarantie wird nicht eingehalten!!! Die FINANCELIFE reduziert meine Einzahlungen um ca. € 100,00 unter dem Titel "Unter Einrechnung von allfälligen Teilrückkäufen". !!! Eine EINGERECHNETE Reduzierung !!! Was immer das auch ist, es steht sicher nicht in meinem Vertrag und widerspricht der großmundigen Garantie auf Einzahlung und zumindest halber Prämie nach Vertragsablauf. Sind derarte Praktiken bekannt bzw. wurde bereits rechtlich dagegen vorgegangen? Vielen Dank vorab für Eure Unterstützung Reinhard