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Private Krankenversicherung

Der Zufall regiert

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Konsument 4/2011 veröffentlicht: 17.03.2011

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Begründung ausständig 

Unser 40-jähriger Tester C wurde von vier Anstalten (Donau, Generali, Merkur und Wiener Städtische) als Kunde abgelehnt. Konkrete Begründung wurde keine gegeben. Die Wiener Städtische verwendete übrigens für die Ablehnung die Floskel: "Unsere ablehnende Stellungnahme … stellt keine Beurteilung des derzeitigen Gesundheitszustandes dar und ist einem individuellen ärztlichen Befund in keiner Weise gleichzusetzen."

Unterschiedliche Bewertungen

Drei Versicherer akzeptierten diesen Kandidaten trotz seiner Vorerkrankungen, allerdings mit Prämienzuschlägen. Die Allianz verteuerte die Prämie um insgesamt 55 Prozent: 30 Prozent wegen des Gewichts, 25 Prozent wegen Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck (dafür muss der Kunde auch 9 Monate Wartezeit in Kauf nehmen); Spätfolgen des Knochenbruchs sind für ein Jahr ausgeschlossen.

muki schloss die Folgen des Knochenbruchs für 36 Monate aus und verlangte eine um 30 Prozent höhere Prämie. Die Uniqa schließlich schlug auf die Prämie 30 Prozent auf und verlängerte für Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte die Wartezeit auf 24 Monate. Dabei hatte Tester C Glück gehabt: Die ebenfalls übergewichtige Testerin B war mit ihrem Wunsch nach einer Krankenversicherungen ja überall abgeblitzt.

Nachverhandeln nützt mitunter

Durchwachsen fiel auch die Bilanz unserer 43-jährigen Testperson D aus: Wegen Terminschwierigkeiten konnte sie kein Anbot bei der Uniqa einholen. Sonst erhielt sie nur von der Allianz grünes Licht, allerdings mit Einschränkungen: einer um 20 Prozent höheren Prämie und um 12 Monate verlängerten Wartezeit für Darmerkrankungen. Bei ihren anderen Vorerkrankungen (Restless-Legs-Syndrom, Penicillin-Allergie) würde es keine Leistungen geben, wenn eine Spitalsbehandlung nötig wäre. Der Berater verhandelte nach und erreichte, dass die Vorerkrankungen wenigstens im Privatarzttarif (nicht aber im Spitalstarif) abgesichert sind.

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Kommentare

  • insulinpflichtig (Diabetes mellitus)
    von hmayr am 04.08.2011 um 15:37
    Hier wird man nicht einma zum Gesundheitscheck zugelassen, sondern von vornherein aus "versicherungsmedizinischen Gründen" abgelehnt, was immer das heißen mag.