KONSUMENT.AT - Private Zahnarzthonorare - Diagnoseaspekte, Heil- und Kostenplan

Private Zahnarzthonorare

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

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Konsument 1/2005 veröffentlicht: 09.12.2004

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Diagnosepaket in der Kieferorthopädie

Vor jeder kieferorthopädischen Therapie muss es eine gründliche Diagnose geben (Untersuchung, Abdruck, Röntgenbilder ...). Patienten beklagten sich bei uns mehrfach: Ärzte hätten rucki-zucki dieses Diagnosepaket durchführen lassen, ohne sie ausreichend darauf hinzuweisen, dass diese Leistung in jedem Fall zu bezahlen ist (Richttarif: 197 bzw. 296 Euro). Als die Patienten (bzw. deren Eltern) aufgrund der hohen Kosten die Behandlung ablehnten, folgte die Rechnung für das Diagnosepaket. Als ein Patient nicht zahlte („ich forderte eine unverbindliche Beratung und wurde nicht informiert, dass das etwas kostet“), klagte der Arzt und blitzte vor Gericht ab („Konsument“ 5/2002). Er konnte nicht beweisen, dass er den Patienten ausreichend informiert hatte.

Aus diesem Grund legen manche Kieferorthopäden eine Vereinbarung vor, die der Patient unterschreiben muss. Die Kosten für das Diagnosepaket seien zu bezahlen, wenn der Patient die eigentliche Behandlung nicht durchführen lässt. Seriöser wäre es, das Diagnosepaket klar von der Behandlung zu trennen und extra zu verrechnen.

Heil- und Kostenplan - meist umsonst

Für normale Zahnbehandlung ist der Heil- und Kostenplan (Kostenvoranschlag) nicht verbindlich vorgeschrieben und üblicherweise kostenlos Der Zahnarzt kann aber für diese Leistung ein Honorar verlangen, muss das aber dem Patienten unmissverständlich mitteilen. Der Richttarif sieht unter der Position „Zeitaufwand“ (siehe Tabelle) auch ein Entgelt dafür vor. Sonderfall Kieferorthopädie: Hier ist der Heil- und Kostenplan vorgeschrieben und kostet im Schnitt 200 bis 300 Euro.

Äpfel und Birnen

Wenn Sie diese Tabellen und die Honorarinformationen als Grundlage für ein Gespräch mit einem Arzt nehmen, sollten Sie sich wappnen – aus vierzigjähriger Erfahrung wissen wir, dass Betroffene die Aussagen unserer „Konsument“-Artikel und die Daten unserer Tabellen immer wieder in Zweifel ziehen: „Die vergleichen Äpfel mit Birnen“, „das stimmt so nicht“, „bei uns ist das anders“. Unsere Tabellen sind ein Spiegel dessen, wie Zahnärzte ihre Privatleistungen benennen und verrechnen. Immer wieder mussten wir hören: „Die Leistungen von Zahnärzten kann man nicht vergleichen.“ Das ist falsch. Auch ärztliche Leistungen sind vergleichbar. Krankenkassen definieren sehr genau die Leistung, die ein Arzt erbringen muss, um den vertraglich fixierten Kassentarif zu erhalten. Versicherungen beschreiben bei privaten Krankenzusatzversicherungen genau die Leistungen, die ein Arzt erbringen muss, um das vereinbarte Honorar zu erhalten.

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