KONSUMENT.AT - Testament - Lebensgefährten, Ehegatten und eingetragene Partner

Testament

Mein letzter Wille!

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KONSUMENT 5/2013 veröffentlicht: 25.04.2013

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Ohne Testament gehen Lebensgefährten leer aus

Achtung: Lebensgefährten oder angehei­ratete Verwandte sind nicht automatisch erbberechtigt. Sollen sie erben, müssen sie ausdrücklich bedacht werden! Kinder von Paaren in einer eingetragenen Partnerschaft sind nach der gesetzlichen Erbfolge nur nach dem leiblichen Elternteil erbberechtigt. Will der nicht leibliche Elternteil diesen Kindern etwas vermachen, so muss er dies ebenfalls in einem Testament oder Vermächtnis ausdrücklich festhalten!

Sonderstellung für Ehegatten und eingetragene Partner

Hinterlässt die verstorbene Person einen Ehepartner oder eingetragenen Partner, so fällt diesem, unabhängig von der Anzahl der Kinder des Erblassers, ein Drittel des Nachlasses zu. Sind keine Nachkommen vorhanden, fallen dem verbleibenden (Ehe-)Partner zwei Drittel zu, den Eltern (bzw. den Geschwistern der verstorbenen Person oder deren Großeltern) ein Drittel. Gibt es in dieser Linie keine erbberechtigten Personen, so erhält der verbleibende (Ehe-)Partner auch deren Anteil. Die Nachkommen verstorbener Geschwister oder verstorbener Großelternteile gehen leer aus.

Im Rahmen des sogenannten ehelichen Vorausvermächtnisses erhält der verbliebene (Ehe-)Partner hinsichtlich der Nutzung der gemeinsamen Wohnung und des Hausrates zwar besondere Nutzungsrechte, im Rahmen der Erbschaft Eigentum daran zu erwerben ist aber nur entsprechend dem Wert des gesetzlichen Erbteils möglich. Unterlag die gemeinsame Wohnung dem Mietrechtsgesetz, dann haben (Ehe-)Partner ein Eintrittsrecht in den Mietvertrag.

Gültigkeit nur bei aufrechter Ehe oder Partnerschaft

Achtung: Das alles gilt ausschließlich bei aufrechter Ehe oder Partnerschaft, nicht für ­Geschiedene! Lebensgefährten haben ein Eintrittsrecht, wenn sie entweder gleich­zeitig mit dem Hauptmieter eingezogen sind oder mindestens drei Jahre im gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Lebensgefährten sind also ­unter bestimmten Voraussetzungen auch begünstigt, allerdings nur im Miet- und nicht im Erbrecht!

Hat der Erblasser Wünsche, die von diesem System abweichen, so muss er sie aus­drücklich kundtun. Im Idealfall macht er das in Form eines klaren, unmissverständlichen, juristisch korrekten Testaments.

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