KONSUMENT.AT - Testament - Formale Vorschriften, Zeugen

Testament

Mein letzter Wille!

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KONSUMENT 5/2013 veröffentlicht: 25.04.2013

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Was für Testament und Zeugen gilt

Grundsätzlich gilt: Werden formale Vorschriften nicht eingehalten, ist das Testament ungültig. Schreibt jemand sein Testament mit der Hand, so genügt die eigene Unterschrift. Sinnvoll ist es auch, ein Datum einzufügen sowie bei längeren Testamenten die einzelnen Seiten zu nummerieren und ebenfalls jeweils mit Unterschrift und Datum zu versehen. Allfällige Korrekturen, Ergänzungen und Nachträge müssen ebenfalls mit der Hand ge- und unterschrieben werden, andernfalls sind sie ungültig.

Das fremdhändige Testament tippt der Erblasser entweder in einen PC oder mit einer Schreibmaschine oder es wird von einer ­anderen Person handschriftlich nieder­geschrieben bzw. getippt.

Vier Formvorschriften

Damit es gültig ist, muss es vier Formvorschriften erfüllen:

  • Das Testament muss vom Erblasser und von drei fähigen Zeuginnen oder Zeugen jeweils eigenhändig unterschrieben werden. Es muss also insgesamt vier Unterschriften aufweisen.
  • Die Unterschriften müssen direkt auf dem Testament stehen. Stehen sie nur auf dem Kuvert oder auf einem Beiblatt, sind sie nicht gültig.
  • Die Unterschriften der Zeugen müssen ­einen Zusatz enthalten, der auf ihre Zeugenschaft hinweist.
  • Von den drei Zeugen müssen mindestens zwei gleichzeitig anwesend sein.

Den Inhalt des Testaments selbst müssen die drei Zeugen aber nicht kennen. Sie bestä­tigen lediglich, dass das Testament den ­letzten Willen des Testators enthält.

Will ein Testator sein fremdhändiges Testament ändern, korrigieren oder überhaupt widerrufen, so kann er das auch ohne Zeugen machen, allerdings nur in der vorgesehenen gesetzlichen Testamentsform. Soll die Korrektur ohne Zeugen erfolgen, muss diese also den Formvorschriften des eigenhändigen Testaments entsprechen.

An die Zeugenschaft werden sehr strenge Anforderungen gestellt:

  • Die Zeugen müssen wissen, dass sie ein Testament bezeugen. Am besten bitten Sie ganz unmissverständlich: „Ich möchte Sie bitten, mein Testamentszeuge zu sein.“ ­Achtung: Dazu muss die Person auch die Sprache, in der Sie sie bitten, nachweislich ausreichend beherrschen!
  • Im Testament Begünstigte sowie mit den Begünstigten verwandte oder verschwägerte Personen sind keine gültigen Zeugen.
  • Die Zeugen müssen über 18 Jahre alt und bei geistiger Gesundheit sein. Sie dürfen nicht blind, taub oder stumm sein.

Achtung: Werden die Formvorschriften oder auch die Anforderungen an die Zeugen nicht eingehalten, ist das Testament ungültig!

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