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Gentests aus dem Internet

Nichts für den Hausgebrauch

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KONSUMENT 7/2020 veröffentlicht: 08.06.2020

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Im Internet können medizinische Gentests und Genanalysen bestellt werden, doch derartige Angebote sind weder zuverlässig noch sinnvoll.

Online können Sie medizinische Gentests bestellen. Solche Angebote sind weder zuverlässig noch sinnvoll (Victor_Moussa_Shutterstock)
Die Fortschritte in der Genanalyse machen es möglich, dass wir in sehr kurzer Zeit viele Informationen über unseren Organismus erhalten können. Findige Unternehmer bieten Gentests für den Hausgebrauch übers Internet an.

So soll man etwa herausfinden können, wie groß das eigene Risiko ist, an Diabetes, Krebs, Alzheimer oder Parkinson zu erkranken. Doch wie aussagekräftig sind derartige Tests und Analysen und wie sinnvoll ist es überhaupt, sich zu Hause selbst zu testen?

Genetischer Code

Grundsätzlich gilt, dass jeder Mensch sich von anderen auf genetischer Ebene unterscheidet. Lediglich eineiige Zwillinge haben den gleichen genetischen Code. Die genetischen Informationen sind auf den Chromosomen im Zellkern einer Körperzelle lokalisiert.

Die Chromosomen bestehen aus leiterförmigen DNA-Strängen, die spiralförmig angeordnet sind. Einzelne Abschnitte der DNA werden als Gene bezeichnet, die in ihrer Gesamtheit das Genom bilden. Das Genom des Menschen besteht aus mehr als 20.000 Genen. Durch Vererbung, Umwelteinflüsse und andere Ereignisse kann es zu Veränderungen, sogenannten Mutationen, an den Genen kommen.

Veränderungen der Erbsubstanz

Mutationen können für den Träger der DNA ohne Auswirkungen bleiben, im schlimmsten Fall jedoch tödlich sein. Veränderungen der Erbsubstanz kann man mit genetischen Tests auf die Spur kommen. Das kann bei der Vorbeugung, Diagnose oder Therapie von Krankheiten hilfreich sein. In der Krebsmedizin etwa spielen Gentests eine zunehmende Rolle

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Kommentare

  • Die Propagandamaschine namens "Marketing"
    von Mnemosyne am 19.06.2020 um 15:42
    Es häufen sich die Youtube Videos, in denen Leute enthusiastisch udn schwärmerisch davon berichten, dass sie zu so und so vielen Prozent portugisischen Ursprungs sind und so weiter. Dabei handelt es sich um vage Berechnungen, die zudem keinerlei Mehrwert haben, als bestenfalls in einem rassistischen Gesprächskontext.

    23andme wurde Von Alphabet aufgekauft und verkauft die erworbenen Daten direkt an die bestzahlenden Stellen, namentlich an Versichungsanstalten, weltweit. Nicht nur das, auch Bundesbehörden werden sich nach großen, verfügbaren Datensätzen von DNA Tests die Finger abschlecken.

    Aber Alphabet ist clever. Das Einholen eines solchen Tests kostet zwischen 20 und 70 USD. Und was einen Preis hat, das wirkt schon von Vornherein seriöser! Damit macht man doppelt Gewinn. Zum einen mit der Dummheit der Opfer, zum anderen mit der danach lächzenden Kundschaft, Versicherungen und Behörden.

    Wer Videos der Sorte "My DNA test came back and the results shocked me!" nicht sofort als Clickbait und üble, verdeckte Werbung identifiziert, hat das Internet noch nicht verstanden. Aber die Gefahr, die in speziell diesem Fall von Datenbeschaffung ausgeht, ist beispiellos hoch.

    Finger weg davon!