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Ärzte-Test: Diabetesberatung

Einstellungssache

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Konsument 10/2006 veröffentlicht: 13.09.2006

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Vier Mal „durchschnittlich“

Dr. Zehetbauer, Dr. Polke, Dr. Frenzel und Dr. Kofler wurden mit „durchschnittlich“ bewertet.

Obwohl die Testerin sich telefonisch zur Diabetesberatung bei Dr. Zehetbauer angemeldet hatte, wurde sie erst beim Termin in der Praxis darüber informiert, dass Diabetes nicht in das Spezialgebiet des Mediziners falle, da sich dieser auf den Bewegungsapparat spezialisiert habe. Die Anamnese erfüllte der Mediziner dennoch „sehr gut“. Bei der Untersuchung der Patientin sowie der Diabetes-Beratung zeigten sich hingegen Versäumnisse. Immerhin nannte der Arzt zwei Internisten, an die sich die Testerin wenden sollte.

Wenig Beratung

Dr. Polke studierte die Laborwerte genau, ging aber nicht auf Entstehung und Hintergründe von Diabetes ein. Der Arzt händigte der Patientin mit dem Hinweis, 14 Tage lang den Blutzuckerspiegel zu messen, kostenlos ein Blutzuckermessgerät aus. Dazu verschrieb er ihr neben einem geeigneten Antidiabetikum auch ein blutdruck- und ein cholesterinsenkendes Mittel.

Mehr Aufmerksamkeit auf Nieren gerichtet

Dr. Frenzel betrachtet Diabetes nicht als lebensgefährliche Erkrankung. Die Ärztin äußerte – obwohl sie keine Untersuchung vorgenommen hatte – den Verdacht, dass die Patientin eine Wanderniere habe, und riet zu einer Röntgenuntersuchung der Nieren. Zudem gab sie der Testerin die Empfehlung für eine Familienaufstellung und die Lektüre von zwei Büchern, die sich mit Krebs befassen.

Viel Geld für unnötige Blutuntersuchung

Am wenigsten gut aufgehoben fühlte sich unsere Testperson bei Dr. Kofler. Die Ärztin nahm der Patientin Blut für eine Untersuchung ab, obwohl diese mehrfach auf einen bereits bestehenden Befund verwies. Die Kosten in Höhe von 803 Euro wurden dabei nicht erwähnt.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
13 Stimmen
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Kommentare

  • Blutabnahme trotz bestehenden Blutbefundes, viel Geld für unnötige Untersuchung
    von Doettelmayer am 06.01.2014 um 23:08
    Als Angesprochene möchte ich gerne aus meiner Sicht zu diesen Vorwürfen Stellung nehmen: eine "Patientin" kommt in meine Praxis und gibt an, dass in der Apotheke ein erhöhter Blutzucker gemessen wurde - nun hätte sie gerne Tipps zum Thema Diabetes. Bei der Anmeldung gibt sie ihre Österreichische Sozialversicherungsnummer an. Somit können sämtliche anfallenden Laborkosten direkt mit der GKK verrechnet werden, der Patient hat also keine Laborkosten "extra" zu bezahlen. Selbstverständlich muss eine im Raum stehende "Diagnose" zuerst bestätigt werden - um ihrer Test-Rolle gerecht zu werden, "musste" die Testpatientin meiner Empfehlung einer Blutabnahme zustimmen, andernfalls hätte ich jede weitere Behandlung ablehnen müssen - Hellsehen ist nicht mein Metier und ohne Diagnose keine Therapie. Daher ist die Behauptung, dass die Testperson einen Blutbefund bei sich hatte, unwahr. Kein/e Ärztin/Arzt "reißt" sich um unnötige Blutabnahmen, ich persönlich betrachte es als reinen Patientenservice (eine Überweisung ins Labor zu schreiben ist schneller und einfacher....). Wahr ist, dass sie mit genau diesem, von mir angeordneten Blutbefund des Labors D. (auf dem mein Name als Zuweiser gelöscht wurde) NACH meinem Besuch jene KollegINNen aufsuchte, die eine sofortige Diagnose ohne nochmaliger Blutabnahme stellten konnten. Soviel zu standartisierten Testbedingungen. Es wären nie "Kosten" für die "Patientin" angefallen, hätten die, bei der Anmeldung von ihr angegebenen, Daten gestimmt. Stattdessen stellte sich im Nachhinein heraus, dass die Testperson zu diesem Zeitpunkt nicht versichert war - was sie allerdings verschwieg. Somit sandte das Labor automatisch die Rechnung an die "Patientin" als Privathonorar. Aus ganzheitlicher Sicht versuchte ich auf alle schriftlich angegebene Probleme der Testperson einzugehen (und das waren eine ganze Menge, dazu gibt es eine speziellen Fragebogen im Vorfeld) und so veranlasste ich einen entsprechend umfangreichen Laborbefund, welcher für rund 800 Euro zur Gänze von der Krankenkasse übernommen worden wäre! Das muss ich dem Vorwurf "viel Geld für unnötige Untersuchung" entgegenhalten. Mich hat diese Angelegenheit sehr nachdenklich gestimmt. In welcher Gesellschaft leben wir, in der eine sehr kranke, dringend behandlungsbedürftige, nicht versicherte Person offiziell von Ärztin/Arzt zu Ärztin/Arzt geschickt wird? Just von jener Instanz, die vorgibt objektiv und unbestechlich zu sein, sollte ethisches Handeln verlangt werden dürfen. Ich bedanke mich für die Möglichkeit meiner Stellungnahme, Dr. Sonja Kofler