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Altersdiabetes

Früh erkennen und richtig behandeln

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Konsument 4/2004 veröffentlicht: 17.03.2004

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Behandlung

Ziel ist, die Blutzuckerwerte zu normalisieren: Sie sollten vor einer Mahlzeit bei 110 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), nachher unter 140 mg/dl liegen. Je besser das gelingt, umso geringer ist die Gefahr von Komplikationen. Hauptproblem dabei ist die Gefahr, über das Ziel hinauszuschießen, sodass eine gefährliche Unterzuckerung (Hypoglykämie), ein „Hypo“, entsteht. Auch der Bluthochdruck muss gesenkt werden.

Für die Behandlung mit Medikamenten stehen verschiedene Mittel zur Verfügung: der Stoff Metformin, Sulfonylharnstoffe und Acarbose. Sie setzen an unterschiedlichen Stellen an.

Metformin (zum Beispiel in Diabetex, Glucophage, Meglucon, Metformin Arcana, Metforminhydrochlorid ratiopharm, Metformin Tyrol Pharma, Orabet) ist für Übergewichtige hinsichtlich Langzeitrisiken den Sulfonylharnstoffen und Insulin überlegen und gilt als Mittel der ersten Wahl. Es ist das einzige Mittel, das mit allen anderen kombiniert werden kann. Allerdings eignet es sich wegen einiger Ausschließungsgründe nicht für alle Diabetiker.

Eine genaue Planung und begleitende, strikte Kontrolle durch den Arzt, insbesondere der Nierenfunktion, ist wichtig. Die Tabletten werden über den Tag verteilt immer nach dem Essen eingenommen. Eine Blutzuckermessung ist mehrmals am Tag nötig. Häufig kommt es zu Magen-Darm-Problemen und zur Gewichtsabnahme. Bei Krankheit und Operation muss das Mittel abgesetzt werden. Selten aber gefährlich ist eine Anreicherung des Blutes mit Milchsäure (Laktatazetose).

Sulfonylharnstoffe (mit Glibenclamid, zum Beispiel in Daonil Aventis, Dia-Eptal, Euglucon Roche, Euglucon Hoechst, Glibenclamid Genericon, Glucobene, Glucostad, Normoglucon, Semi-Euglucon Hoechst sowie Glimepirid in Amaryl) regen die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion an. Weil der Körper den Stoff langsam ausscheidet, wird die Tagesdosis vor dem Frühstück eingenommen.

Die Zeitabstände für das Essen und die Blutzuckermessungen werden genau festgelegt. Bei ungewohnter körperlicher Anstrengung und fieberhaften Erkrankungen muss der Arzt die Dosis anpassen. Alkohol ist verboten. Häufig kommt es zur Gewichtszunahme, das Risiko einer Unterzuckerung ist erhöht. Der Blutzucker muss regelmäßig gemessen werden, um rechtzeitig zu erkennen, wann eine Umstellung auf Insulinspritzen nötig ist.

Umstritten ist der langfristige Nutzen der  anderen Medikamente in Tablettenform.

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