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Angst beim Zahnarzt

Methoden, Rezepte, Tricks

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Konsument 11/1999 veröffentlicht: 01.11.1999

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Eine Krankheit

Während die Mehrheit der Patienten den schweren Weg in den Behandlungsstuhl mit weichen Knien und etwas Bauchweh tapfer überstehen, sterben manche fast vor Angst, spüren beim Herannahen eines Abdrucklöffels Würgereize oder erleiden brutale Panikattacken. Kein Wunder, dass diese Menschen den Zahnarzt scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Sie lassen vereinbarte Termine platzen, müssen „unbedingt“ noch andere wichtige Angelegenheiten erledigen, sind plötzlich nicht mehr erreichbar und ständig „passieren“ Dinge, die nur den einen Zweck haben, den Zahnarztbesuch zu vermeiden. Bei echten Angstpatienten haben vernünftige Argumente keine Chance. Diese tief verwurzelte Angst ist keine „Schwäche“, sie ist eine Krankheit, die nur professionell behandelt werden kann. Die Betroffenen leiden sehr, können sich selbst aber kaum helfen. Appelle von Angehörigen, wie „jetzt reiß’ dich endlich am Riemen“, sind absolut sinnlos. Um diese Angstpatienten professionell zu behandeln, gibt es in den USA oder im schwedischen Göteborg eigene Spezialkliniken (Dental fear clinics).

„Meine Frau hat wahnsinnige Angst vor dem Zahnarzt und dementsprechend kaputt sind ihre Zähne. Wäre es möglich, dass der Zahnarzt zu uns kommt?“, fragte ein Leser bei uns an. Theoretisch ja, praktisch nein. Es gibt zwar den Hausbesuch auf Krankenschein. Der Zahnarzt bekommt für die Visite von der Kasse 321 Schilling (Privattarife: zwischen 600 und 1500 Schilling). Doch was kann ein Zahnarzt ohne seine Hilfsmittel bei einem Patienten ausrichten? Eine gründliche Untersuchung und hochwertige Behandlung ist kaum möglich.

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