KONSUMENT.AT - Medikamente: Riopan - Kurzzeitig bei Sodbrennen

Medikamente: Riopan

Bei Sodbrennen

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 26.01.2012

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Testurteil: Geeignet bei Sodbrennen zur kurzzeitigen Behandlung. Riopan gehört zu den sogenannten Antazida. Diese können bei Sodbrennen vorübergehend, keinesfalls jedoch als Dauertherapie eingesetzt werden. Dauern die Beschwerden trotz Einnahme länger als zwei Wochen an oder treten sie immer wieder auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zur Behandlung eines Reizmagens sind Antazida wenig geeignet, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist.

Präparate: Riopan Kautabletten 800 mg, Riopan MagenGel 1600 mg Riopan: Mittel bei Sodbrennen. Bild: VKI

Wirkstoff: Malgadrat (ein Aluminium/Magnesiumhydroxyd-Komplex)

Preis: Riopan Kautabletten 20 Stück/7,80 Euro; 50 Stück/14,95 Euro; Riopan MagenGel 10 Stück/ 7,90 Euro, 20 Stück/13,65 Euro, 50 Stück/26,50 Euro

Anwendung: Bei Sodbrennen nach dem Essen das Mittel etwa eine Stunde danach einnehmen. Bei anderen Ursachen (Stress, Ärger, Anspannung) sollte die Einnahme bei den ersten Anzeichen erfolgen. Die Wirkung setzt innerhalb von 20 Minuten ein und hält bis zu drei Stunden an. Um zu vermeiden, dass im Schlaf Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und Sodbrennen auslöst, sollte die letzte Portion unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Die Kautabletten müssen sorgfältig zerkaut oder gelutscht werden, damit sie ihre Wirkung entfalten können.

Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen: Antazida sollten keinesfalls länger ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, da ernsthafte Erkrankungen wie eine Speiseröhrenentzündung, ein Magengeschwür oder Magenkrebs übersehen werden könnten. Arbeiten die Nieren eingeschränkt oder wird man regelmäßig an die künstliche Niere (Dialyse) angeschlossen, darf die Einnahme nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Andere Medikamente sollten immer entweder zwei bis drei Stunden vor oder vier bis fünf Stunden nach Riopan eingenommen werden. Zitronensäure, Vitamin C, Zitrusfrüchte, Getränke mit Extrakten aus Zitrusfrüchten, Wein und andere säurehaltige Getränke erhöhen die unerwünschte Aufnahme von Aluminium aus dem Darm und sollten gemieden werden. Parkinson-Medikamente können die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm erhöhen. Treten dann Schläfrigkeit und Muskelschwäche auf, sollte Riopan sofort abgesetzt werden.

Machen sich weitere Symptome bemerkbar (Übelkeit, Erbrechen, Atemprobleme), sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Antazida können die Wirksamkeit von Phenytoin (bei Epilepsien) verringern und die Anfallsgefahr erhöhen. Auch die Wirkung von Antibiotika, Sulfonamiden sowie bestimmten Medikamenten, die bei Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen eingenommen werden, kann verringert sein. Ist eine langfristige Einnahme nötig, sollte der Arzt den Aluminiumgehalt im Blut kontrollieren.

Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit, ältere Menschen: Bei Kindern sollte das Mittel nicht angewendet werden. Bei Jugendlichen nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt. Schwangere und Stillende sollten das Mittel nur nach sorgfältiger Nutzen- Risiko-Abwägung kurzzeitig in niedriger Dosierung anwenden. Da die Nierenleistung im Alter nachlässt und die Neigung zu Verstopfung zunimmt, sollten aluminiumhaltige Antazida nur sehr kurzfristig angewendet werden.

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