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Psychotherapie: Erstgespräch, Methode, Therapeut

Der erste Schritt

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Konsument 12/2007 veröffentlicht: 14.11.2007

Inhalt

Welche Therapieform?

Der Klient sollte sich im Vorhinein überlegen, ob er eine symptomorientierte Kurzzeittherapie bevorzugt oder sich auf eine tiefer gehende und länger dauernde Therapie einlassen möchte. Im Vorfeld hilfreich ist auch die Überlegung, welche Rahmenbedingungen (Setting) bevorzugt werden. Das Setting der klassischen Psychoanalyse etwa besteht in der Regel aus mehreren Sitzungen pro Woche. Verbreitet ist dabei die Liegendbehandlung, wobei der Patient auf einer Couch liegt und der Analytiker sich außerhalb seines Sichtfeldes befindet. Im Gegensatz dazu kennt die analytische Psychotherapie mit ein bis zwei Wochenstunden auch Positionen, in der sich Therapeut und Klient gegenübersitzen.

Ansprechende Methoden

Überlegenswert ist auch, wie der Zugang zur eigenen Emotionalität am besten hergestellt werden kann, ausschließlich verbal oder etwa durch das kreative Arbeiten mit Materialien. Suchen sie sich einen Therapeuten, der mit einer Methode arbeitet, die Sie grundsätzlich anspricht oder deren Ansatz Ihnen auch gefühlsmäßig „sinnvoll“ erscheint.

Dauer der Therapie

Eine symptomorientierte psychotherapeutische Behandlung dauert – je nach Schwere der Störung und methodischem Ansatz – etwa zwischen 20 und 100 Stunden. Zeichnet sich nach 10 bis 20 Sitzungen noch keinerlei Erfolg ab, sollte man sich die Frage stellen, ob man den richtigen Therapeuten gewählt hat.

Recht auf Abbruch der Therapie

Kommen einem Klienten im Laufe der Therapie Zweifel an deren Wirksamkeit oder fühlt er sich im Beisein seines Therapeuten unbehaglich, sollte er sich nicht scheuen, seine Bedenken offen anzusprechen. Hat er den Eindruck, dem Therapeuten nicht alles sagen zu können, ist dies ein Alarmsignal. Der Klient sollte sich bewusst sein, das er die Therapie jederzeit beenden und sich einen anderen Therapeuten suchen kann. Er hat auch das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen.

Probleme mit Therapeuten

Aber auch andere Probleme mit dem Therapeuten können zum Abbruch einer Therapie führen. Bei allen Landesverbänden für Psychotherapie sind dazu Schlichtungs- und Beschwerdestellen eingerichtet. Mögliche Beschwerdegründe sind überzogene Kosten, sexuelle Übergriffe, ein Abhängigkeitsverhältnis oder das Brechen der Verschwiegenheitspflicht.

Bilanz zum Abschluss

Die Therapie ist zu Ende, wenn das Ziel erreicht ist, wenn der erforderliche Aufwand nicht den möglichen bzw. tatsächlich gemachten Fortschritten entspricht oder wenn das Ziel als nicht erreichbar erkannt wird. In jedem Fall ist es eine Angelegenheit, die Psychotherapeut und Klient miteinander zu klären haben. Besonders nach länger dauernden Therapien ist es meist üblich, in einer speziellen Abschluss-Stunde Bilanz zu ziehen.

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