KONSUMENT.AT - Sportmedizinische Untersuchung - Der Verantwortung nicht bewusst

Sportmedizinische Untersuchung

Riskante Lücken

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Konsument 11/2004 veröffentlicht: 13.10.2004

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Eine sportwissenschaftliche Untersuchung wiederum umfasst alle Teilbereiche einer sportmedizinischen, ausgenommen jene Untersuchungen, die Medizinern vorbehalten sind.

Der Verantwortung nicht bewusst

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Anbieter sportmedizinischer Untersuchungen sich ihrer Verantwortung nicht bewusst sind. Schon allein aus der Familiengeschichte der Versuchsperson hätte man deren erhöhtes Risikoprofil erkennen müssen. Eine Untersuchung der Herzfunktionen und der Blutdruckwerte ist in einem solchen Fall unbedingt erforderlich. In der Realität hat jedoch die Hälfte der von uns getesteten Institutionen nicht einmal das Herz abgehorcht. Und nur 8 von 14 haben eine Ergometrie durchgeführt, also EKG und Blutdruckmessung bei Belastung. Vier beschränkten sich auf einen reinen Stufentest, der über den Gesundheitszustand keine Aussagen zuließ.

Nicht das Herz abgehorcht

Wenn der Untersucher keinen ärztlichen Befund ausstellen will oder kann, so hätte er den Probanden (mit dieser Vorgeschichte) an einen Arzt verweisen müssen, bevor er ihn einen Fitnesstest absolvieren lässt. In zwei Fitness-Clubs wurde die Untersuchung von nicht-medizinischem Personal durchgeführt, obwohl dort ein Arzt verfügbar gewesen wäre.

Blutabnahme nur durch Arzt

Grundsätzlich darf eine sportmedizinische Untersuchung (zum Unterschied von einer sportwissenschaftlichen) nur von Ärzten durchgeführt werden. Andere Berufsgruppen wie Sportwissenschafter, Trainer, Lehrwarte, Physiotherapeuten können im Rahmen der Teamarbeit mitarbeiten und für die Erfassung der Messdaten, die Trainingsberatung und die Trainingsempfehlung verantwortlich sein. Die Blutabnahme (für den Laktattest) ist eindeutig durch das Ärztegesetz und das Krankenanstaltengesetz geregelt. Demzufolge dürfen Nicht-Mediziner keine Blutabnahme durchführen, wie es bei TSM der Fall war.

Optimal: Zusatzausbildung

Am besten ist es, eine sportärztliche Untersuchung nur durch einen Arzt mit Zusatzausbildung (Sportarztdiplom, Zertifikat für präventive Medizin) durchführen zu lassen. Jeder Arzt – ob Allgemeinmediziner oder Facharzt – kann diese Ausbildung machen, in ganz Österreich gibt es rund 950 Sportärzte.

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