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Zahnärzte: Amalgamberatung

Tauschgeschäfte

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 17.04.2012

Inhalt

Testkriterien Amalgamberatung

Dieser Test entstand in Kooperation mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Zwei Testpersonen (TP) haben 15 Zahnärzte in Wien aufgesucht. Die TP wurden vor Testbeginn in Fragestellung, Hintergrund, Vorgangsweise und Dokumentation der Erhebung eingeschult. Bei beiden TP wurde unmittelbar vor Testbeginn seitens eines Experten der Zahnstatus erhoben. Ein Panoramaröntgenbild ohne Angabe des Erstellers wurde angefertigt.

Jeder Zahnarzt wurde von beiden Testpersonen unabhängig voneinander kontaktiert und eine Amalgamberatung bzw. Überprüfung des Gebisses vereinbart.
Unmittelbar nach Verlassen der Praxen wurde der Besuch von den TP mittels datiertem Erhebungsbogen dokumentiert. Alle Fragebögen wurden auf Vollständigkeit und Verständlichkeit kontrolliert.

Die für den Test relevanten Daten wurden in das VKI-interne Datenverarbeitungsprogramm eingegeben. Nach erfolgter Eingabe wurden alle Daten mit den Originaldaten verglichen.

Prüfitems, die von den Testern nicht beantwortet werden konnten, wurden mit „keine Angabe“ bewertet.

Die von den Testern angeführten Kommentare dienten als Grundlage zur Bewertung der Diagnose und der Beratung bzw. des Behandlungsvorschlages. Die Bewertung erfolgte nach dem Schulnotenprinzip (1 bis 5).

Gewichtung der Parameter

Die Gewichtung innerhalb des jeweiligen Szenarios wurde wie folgt festgelegt:

  • Allgemeines 5 %
  • Befundaufnahme 10 %
  • Diagnose 40 %
  • Beratung/Behandlungsvorschlag 40 %
  • Gesamteindruck 5 %

Beide Testszenarien gingen mit jeweils 50 Prozent in das Gesamturteil ein.


Bewertung der Parameter

Allgemeines:
Hier wurden Freundlichkeit der Ordinationshilfe, Ambiente und Sauberkeit des Wartezimmers und der Ordination bewertet.

Zusätzlich wurde die Wartezeit ab dem vereinbarten Termin erhoben.
Wartezeit: bis zu 15 Minuten Wartezeit ohne Hinweis auf eine mögliche Wartezeit wurden toleriert.

Befundaufnahme:
Alle Fragen wurden gleich gewichtet.
Überprüfung der Füllungen mit Spiegel und Sonde: Wurde nur der Spiegel verwendet, so wurde dies negativ bewertet.

Diagnose:
Amalgamsanierung (4 Zähne laut Gutachter betroffen)
Note 1 für: alle betroffenen Zähne wurden erkannt
Note 2 für: 4 betroffene Zähne erkannt
Note 3 für: 3 betroffene Zähne erkannt
Note 4 für: 1 betroffener Zahn erkannt
Note 5 für: kein betroffener Zahn erkannt oder keine Angaben gemacht oder falsche Diagnose gestellt (z.B. Parodontose) oder Rat, alle Füllungen zu tauschen

Amalgamtausch (5 Zähne laut Gutachter betroffen)
Note 1 für: alle betroffenen Zähne wurden erkannt
Note 2 für: 4 betroffene Zähne erkannt
Note 3 für: 3 betroffene Zähne erkannt
Note 4 für:1 bis 2 betroffene Zähne erkannt
Note 5 für: kein betroffener Zahn erkannt oder keine Angaben gemacht oder falsche Diagnose gestellt (z.B. Parodontose) oder Rat, alle Füllungen zu tauschen

Beratung/Behandlungsvorschlag:
Wurden die TP dazu gedrängt, sofort einen Behandlungstermin zu vereinbaren, bzw. wollte der Zahnarzt ungefragt mit der Behandlung beginnen, erfolgte eine Abwertung um eine Note.

  • Note 1 für: Amalgamsanierung/Tausch aller Füllungen nicht notwendig. Tausch der schadhaften Füllungen auf Amalgam (bzw. Zement bei amalgamfreien Ordinationen) oder alternative Füllmaterialien
  • Note 2 für: Amalgamsanierung/Tausch aller Füllungen nicht notwendig. Tausch der schadhaften Füllungen auf Alternativmaterialien
  • Note 5 für: Ablehnung eines Beratungsgespräches, Bekanntgabe des Diagnoseergebnisses vor anderen Patienten, Empfehlung zum Tausch aller Füllungen, Parodontose diagnostiziert und Sanierung empfohlen (obwohl nicht notwendig), Erstellung eins Röntgenbildes ohne Zustimmung des Patienten

Gesamteindruck:
Subjektive Bewertung (sehr gut, durchschnittlich, nicht zufriedenstellend)

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
36 Stimmen
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Kommentare

  • Amalgam wenig haltbar
    von agoce am 27.05.2012 um 20:28
    Der Rat von Herrn Dr Ratschew klingt ein wenig nach Werbemaßnahme für teure Sanierungen. Mein Zahnarzt meint, dass perfekt gelegte Amalgamfüllungen außerordentlich langlebig sind und tatsächlich habe ich etliche von ihm gelegte schon seit mehr als 15 Jahren. Vermutlich verwendet aber nicht jeder soviel Sorgfalt auf eine wirklich perfekte Füllung (Nachprüfung auf Überstände und sorgfältiges Glätten, wenn das nicht passt, sodass die Zahnseide ohne aufzufasern in die Zwischenräume und wieder heraus kommt Polieren der Oberfläche) Ich habe auch Keramikinlays, die natürlich optisch den Amalgamfüllungen vorzuziehen sind. Das war für mich auch der Hauptgrund, dieses Material zu wählen die Geschichte vom schlimmen Amalgam habe ich nie geglaubt.
  • Amalgamberatung
    von Max1 am 09.04.2012 um 16:28
    Ich habe vor zwei Jahren fuenf Amalgamfuellungen entfernen lassen, nachdem ich vorher das Buch von Dr. Mutter über Amalgam gelesen habe. Seit der Entfernung des Amalgams habe ich keine Kopfschmerzen mehr, die vorher bei längerer Bildschirmarbeit aufgetreten sind. FG Max
  • Guter Test - "Experte" hinterfragenswert
    von 39373 am 01.04.2012 um 21:38
    "Kein einziger Zahnarzt erkannte alle Defekte, die von unserem Experten (Gutachter) im Vorfeld des Tests benannt worden waren." - Erfahrungsgemäß gehe ich bei Ihren Tests immer von einer ausgezeichneten Vorbereitung und einem durchdachten Testsetting aus. Wenn allerdings von 15 Zahnärzten kein einziger die zuvor benannten Defekte erkannt hat, dann sollten Sie doch auch in Betracht ziehen, dass Ihr "Experte" geirrt haben kann... Insgesamt aber eine gute Stichprobenuntersuchung, die zeigt, dass man sich gerade im medizinischen Bereich nie auf nur eine Meinung verlassen sollte. Auffällig auch, dass die Preise tendenziell umso höher wurden, je schlechter das Testergebnis war. Ergänzen möchte ich noch, dass mit einem sogenannten Kofferdam die Schadstoffbelastung im Mund beim Ausbohren alter Füllungen fast auf null reduziert werden kann.
  • Bewertung sehr transparent
    von Dieter Wanko am 29.03.2012 um 21:24
    Es ist besonders erfreulich, dass hiermit ein Test erfolgte, der nicht nur sehr ausführlich ist, sondern auch konkret die Namen der kontaktierten Ärzte offen ausweist. Dies ist ein wichtiger prophylaktischer Schritt in der Richtung, dass künftig nicht nur mehr Diagnosesorgfalt bei den Getesteten zu erwarten ist, sondern auch von jenen Ärztekollegen, die von diesen Namensveröffentlichungen erfahren.