KONSUMENT.AT - Einbruchhemmende Türen - "Kein Risiko eingehen!"

Einbruchhemmende Türen

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Konsument 2/2004 veröffentlicht: 15.01.2004

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"Kein Risiko eingehen!"

Hofrat Dr. Peter Jedelsky,   Dr. Peter Jedelsky
Leiter des Büros des Kriminalamtes der Bundespolizeidirektion Wien

Eine traumatische Situation: Ich komme nach Hause und merke, dass Einbrecher in der Wohnung sind. Wie soll ich mich verhalten?

Die Wohnung nicht betreten! Verständigen Sie sofort die Polizei unter der Telefonnummer 133, entweder per Handy oder von den Nachbarn. Vermeiden Sie die Konfrontation mit dem Täter. Stellen Sie sich nicht in die Tür, um ihn aufzuhalten. Schon ein Schraubenzieher kann schnell zur Tatwaffe werden! Daher sollten Sie auch dem Täter keine Vorhaltungen machen, wenn Sie ihn erkennen, weil er vielleicht der Sohn einer Hauspartei ist. Kein Risiko eingehen! Stattdessen abwarten und beobachten, um später eine möglichst gute Täterbeschreibung geben zu können.

Und wenn ich in der Nacht von einem Einbrecher überrascht werde?

Wir empfehlen, auch im Schlafzimmer immer eine Telefoneinrichtung zu haben – mit Handys ist das ja kein Problem. Also wieder: Umgehend Polizei oder Gendarmerie verständigen! Ansonsten kann man kaum generelle Empfehlungen geben. Es kann manchmal helfen, Licht oder Radio einzuschalten. Das hat schon Täter vertrieben, die geglaubt haben, dass niemand in der Wohnung ist. Doch auch hier gilt: Kein Risiko eingehen!

Was soll ich machen, wenn ich die Wohnung ausgeraubt vorfinde?

Wir empfehlen, nichts anzugreifen. Auch nicht das Telefon, denn das kann der Täter benutzt haben, und dann ließe sich eventuell eine Nummer nachverfolgen. Die Polizei verständigen und nicht etwa in der Zwischenzeit die Wohnung aufräumen! Wichtige Spuren könnten verwischt werden.

Wie groß ist Ihre Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten?

Die liegt bei etwa 25 Prozent, doch auch wenn der Täter gefasst wird, liegt die Chance für den Geschädigten, sein Hab und Gut wiederzubekommen, bei unter fünf Prozent! Und die Versicherung ersetzt den Schaden ja auch nicht gleich am nächsten Tag. Im Gegenteil, unserer Erfahrung nach kommt es nach einem Schadensfall oft zu Streitereien mit der Versicherung. Deshalb ist Prävention der beste Schutz.

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