KONSUMENT.AT - Nanosilber - Vorsicht bei Produktangaben

Nanosilber

Kleine Teilchen, großes Risiko

Seite 4 von 8

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 22.05.2012

Inhalt

Schwieriger Nachweis

Kommen wir zu den Arbeitssocken zurück: Ihre "Silberfrische" enthebt uns nicht der Notwendigkeit, sie genauso oft zu waschen wie unpräparierte Socken. Welche Silberpartikel sind da überhaupt enthalten? Nanopartikel? Die Verpackung lässt uns darüber im Unklaren. Da finden wir nur die Information, dass das Herstellerland Pakistan ist und der Vertrieb über ein belgisches Unternehmen erfolgt. Der Nachweis der Winzigteile ist nur mit großem Aufwand möglich.

Vorsicht bei Produktangaben

Konsumenten sind auf die Produktinformationen angewiesen, doch die sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die Erfahrung zeigt, dass es Hersteller gibt, die Nanosilber einsetzen, aber nicht angeben; und auch solche, die es angeben, aber nicht einsetzen. Das US-amerikanische "Woodrow Wilson Center for Scholars" bietet seit 2006 frei zugängliche Informationen zu Nano-Produkten (www.nanotechproject.org) und ist mittlerweile bei über 1.300 Produkten von fast 600 Herstellern angelangt. Etwa 300 dieser Produkte enthalten Nanosilber. Die Liste bezieht sich allerdings hauptsächlich auf den Markt in den USA und Asien.

Nanosilber in Österreich

Nanosilber findet sich in Tapeten, Putzlappen, Frischhaltefolien und Kosmetika, in Sportkleidung, auf Computertasten und in Kühlschränken. Bezogen auf den gesamten Nanobereich nehme Nanosilber eine eher "untergeordnete Rolle" ein, sagt Sabine Greßler. Die Wiener Umweltexpertin hat etwa 50 Produkte ausgemacht, die auf dem österreichischen Markt erhältlich sind und laut Herstellerangaben Nanosilber enthalten oder unter Nanosilber-Verdacht stehen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Nanotechnologie im Alltag
    von eiger am 28.05.2012 um 07:51
    Dass Länder wie Pakistan massgeblich an der Herstellung von Nanoprodukten beteiligt sind, verursacht bei mir Kopfschmerzen und will ich auch nicht weiter kommentieren... Zusammenfassend erkenne ich aus diesem sehr informativen Beitrag nur eines, was ich schon am 25.11.11 feststellte: wir Konsumenten sind nach wie vor "Testobjekte".