KONSUMENT.AT - Nanosilber - Kennzeichnung ab 2013

Nanosilber

Kleine Teilchen, großes Risiko

Seite 5 von 8

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 22.05.2012

Inhalt

Neue Chemikalie ohne Regeln

Die Industrie hat das Tor zu einer neuen Welt aufgestoßen. Gesundheitsbehörden, Zulassungsstellen und ähnliche Institutionen hinken der Entwicklung hinterher. Sie haben erkannt, dass sie ihre Bestimmungen und Regularien überarbeiten müssen; dass es nicht mehr genügt, nur die Ausgangssubstanzen zu beurteilen, sondern dass es nun gilt, jene neue Dimension zu berücksichtigen, die durch die Nanotechnik geschaffen wird. Die Grenzwerte für Silber können nicht einfach auf Nanosilber übertragen werden, hier handelt es sich schließlich um eine neue Chemikalie! Im Bereich der Chemikaliengesetzgebung sind allerdings klare und ausreichende Regeln zur Bewertung von Nanomaterialien derzeit noch ausständig.

Kennzeichnung ab 2013

Immerhin muss Nanosilber ab 2013 unter bestimmten Bedingungen – etwa sobald ein Produkt damit beworben wird – deklariert werden. Dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Wir fordern eine Zulassungspflicht für Produkte, die Nanosilber und andere biozide Substanzen enthalten. Die Genehmigung sollte nur in Zusammenhang mit einer konkreten medizinischen Anwendung erteilt werden (wie etwa bei Diabetes, Neurodermitis, Parodontitis oder der Wundversorgung). Dabei eingesetzte Wirkstoffe müssen unserer Ansicht nach deklariert werden.

Nicht in Konsumartikeln

Fazit: Derzeit wissen wir über das mögliche gesundheitsschädigende Potenzial von Nanosilber noch zu wenig. Die Risiken sind noch nicht abschätzbar. Der Nutzen antibakterieller Produkte im Alltag ist grundsätzlich mehr als fragwürdig. Daher sprechen wir uns bei der derzeitigen Faktenlage gegen den Einsatz von Nanosilber in Alltagsprodukten aus.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Nanotechnologie im Alltag
    von eiger am 28.05.2012 um 07:51
    Dass Länder wie Pakistan massgeblich an der Herstellung von Nanoprodukten beteiligt sind, verursacht bei mir Kopfschmerzen und will ich auch nicht weiter kommentieren... Zusammenfassend erkenne ich aus diesem sehr informativen Beitrag nur eines, was ich schon am 25.11.11 feststellte: wir Konsumenten sind nach wie vor "Testobjekte".