KONSUMENT.AT - Orientteppiche - Kommerz in Wolle - Orientteppiche - Kommerz in Wolle

Orientteppiche - Kommerz in Wolle

Qualität am Boden

Seite 4 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/1999 veröffentlicht: 01.06.1999

Inhalt

Alter Name, hoher Preis

Der Herkunftsort sagt nur mehr bedingt etwas über die Qualität aus, eventuell über den Preis. Sayahpour: „Heute werden im Iran in den Manufakturen überall alle Muster hergestellt. Die Qualität der Manufakturen ist in etwa vergleichbar. Natürlich gibt es Manufakturen, die einen besonderen Namen haben, und diesen Namen zahlt man auch. Das ist bei Teppichen nicht anders als bei Anzügen.“ Nain und Isfahan sind solche traditionellen und sehr bekannten Zentren im Iran, Hereke in der Türkei. Was aber nicht bedeutet, daß alle Teppiche von dort Spitzenqualität sind. In Nain gilt die Manufaktur von Habibian als Nummer eins, in Isfahan ist es Seyrafian. Bei solchen Stücken muß man heute mit etwa 200.000 bis 300.000 Schilling rechnen (2 mal 3 Meter). Einen „normalen“ Isfahan mit 600.000 bis 700.000 Knoten mit einem Flor aus Wolle auf Seide bekommt man schon für 18.000 bis 24.000 Schilling pro Quadratmeter.

Kräftige Farben bevorzugt

Alte Teppiche wurden ausschließlich in jenen Farben gefärbt, die die Nomaden und Bauern produzieren, kaufen oder eintauschen konnten – also Pflanzen- und Mineralfarben. Sie haben den großen Vorteil, daß sie sehr lange Zeit stabil bleiben. Die Teppiche der Bergvölker sind eher in kräftigen kontrastreichen Farben gehalten, jene aus den heißen Niederungen eher in gedämpften. Manche Händler werben damit, daß ihre Teppiche mit Pflanzen- und Naturfarben gefärbt sind. Sie machen nur einen winzigen Teil der Produktion aus und sind, meint Reinisch, nicht schöner als die konventionell gefärbten. Die Österreicher bevorzugen hauptsächlich rot, blau und beige sowie geometrische Muster.
Ein niedriger Flor, so hört man immer wieder, sei ein Zeichen für hohe Qualität. Das stimmt bei vielen Teppichen – aber nicht bei allen. Der Hintergrund, so meint der Wiener Ombudsmann Sayahpour: Nur bei dicht gewebten Stücken läßt sich der Flor kurz scheren, ohne an Stabilität zu verlieren. Es gibt noch eine andere Faustregel: Die langflorigen Teppiche mit den kräftigen Farben kommen vorwiegend aus den kalten Bergländern – „der Bauer braucht da eine gute Isolierung“ (Reinisch), während die kurzflorigen eher aus den Wüstengebieten stammen.

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen
Weiterlesen