KONSUMENT.AT - Kreditrückzahlung: früher als geplant - Hypothekarkredite

Kreditrückzahlung: früher als geplant

Wann die Bank kassieren darf

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KONSUMENT 10/2016 veröffentlicht: 29.09.2016, aktualisiert: 18.10.2016

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Hypothekarkredite

Auch bei hypothekarisch gesicherten Kre­diten hat der Verbraucher ein gesetzliches Recht auf vorzeitige Rückzahlung, ohne dass der Kreditgeber dem zustimmen müsste. „Die Besonderheit bei Hypothekarkrediten besteht darin, dass für die vorzeitige Rückzahlung eine Kündigungsfrist vereinbart werden kann. Diese darf bei einem variablen Zinssatz maximal sechs Monate betragen, bei einem fixen Zinssatz hingegen auch bis zum Ablauf der vereinbarten Festzinsperiode reichen“, erläutert Beate Gelbmann.

Der Kreditnehmer darf auch vor Ablauf der Kündigungsfrist vorzeitig tilgen, dies aber gegen Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung. Auch hier gilt eine betragsmäßige Begrenzung mit maximal einem Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages (bzw. 0,5 Prozent bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger).

Kreditnehmer hat die Wahlmöglichkeit

Entweder er zahlt vor Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist zurück und muss dann jedenfalls eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen oder er wartet das ­Ende der Kündigungsfrist ab und kann dann ohne Vorfälligkeitsgebühr vorzeitig tilgen. „Wichtig ist bei Hypothekarkrediten, zu schauen, ob im Vertrag oder den zugrunde liegenden AGB eine Kündigungsfrist vereinbart wurde. Fehlt diese, darf der Kreditgeber auch keine Vorfälligkeitsentschädigung verrechnen. Dann kann der Kreditnehmer das von der Bank zu Unrecht erhobene Entgelt zurückfordern“, sagt Beate Gelbmann.

Keine Kündigungsfrist im Vertrag

In Bernd Z‘s. Kreditvertrag war keine Kün­digungsfrist enthalten. Nach Intervention des VKI konnte er den Kredit vorzeitig tilgen, ohne eine Entschädigung zahlen zu müssen.

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