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Lebensdauer von Produkten

Geplante Obsoleszenz

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KONSUMENT 2/2013 veröffentlicht: 24.01.2013, aktualisiert: 23.02.2017

Inhalt

Psychologische Obsoleszenz

Schließlich gibt es auch die Spielart der "psychologischen Obsolenz“. Darunter ist eine Vermarktungsstrategie der Hersteller zu verstehen, die darauf abzielt, dem Verbraucher einzureden, er benötige immer das allerneueste Produkt, um „in“ zu sein oder zu bleiben. Die entsprechenden Bilder gehen regelmäßig um die Welt:

  • mitternächtliche Menschenschlangen vor Shops, welche die neueste Spielkonsole anbieten werden
  • Gerangel um die aktuellste Version eines Computer-Betriebssystems
  • an Hysterie grenzende Bemühungen, das brandaktuelle Smartphone zu erstehen (dies noch gefördert von unreflektierter Medien-Berichterstattung, bei der die tatsächliche Qualität der Produkte meist ausgespart bleibt, und durch Promotion-Aktionen der Provider)

In solche Fallen muss der aufgeklärte Konsument nicht tappen, meinen wir, das ist Teil der Selbstverantwortung. Viele tun es dennoch, gehen den werblichen Bemühungen der Hersteller und Vertreiber („0-Euro-Handy“) somit auf den Leim.

Marketingfalle "Geiz ist geil"

Selbst wenn die entsprechende Werbekampagne eines heimischen Anbieters so gut wie alle erdenklichen Werbe-Preise eingefahren hat (Zeichen einer fehlgeleiteten Konsumgesellschaft?): Wer sich ausschließlich am – vermeintlich – niedrigen Preis eines Produktes orientiert, kann keine langlebige Qualitätsware erwarten. Schnäppchen- und Aktionsjäger tappen vielmehr häufig in die Marketing-Falle der entsprechenden Anbieter.

Produkte nach der "Aktion" billiger

Nicht selten beobachten wir, dass Artikel vor und nach einer vermeintlichen „Aktion“ um 20 bis 30 Prozent billiger sind als während dieser Zeitspanne. Häufig gilt die alte Weisheit: „Wer billig kauft, kauft teuer.“ Leider gilt jedoch der Umkehrschluss nicht mehr: Wer teuer kauft, kauft nicht automatisch gut. Nahezu alle unsere Tests quer über alle Produktgruppen zeigen, dass die teuersten Produkte keineswegs die besten sein müssen.

Markennamen? Kein Verlass

Auch auf bekannte Markennamen ist nicht mehr durchgehend Verlass. Selbst deren Hersteller bemühen sich, das Marktsegment der „Schnäppchenjäger“ zu bedienen – entsprechende Einbußen in der Qualität der Produkte sind die Folge.

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Kommentare

  • Kunden wollen das so ...
    von geos am 25.02.2017 um 10:17
    Kunden wollen das so. Wirklich? Würde die Wirtschaft das ehrlich meinen, dann würde man in den Geschäften nicht nur den ("Billig"-)Ramsch bekommen, sondern neben dem Gerät mit dem Billigchip/Plastikzahnrad/etc. müsste auch das Gerät mit dem guten haltbaren Chip/Metallzahnrad/haltbaren Bauteilen stehen. Die paar Euro Preisdifferenz (zwischen den billigen und den haltbaren Bauteilen) würden wohl die Meisten gern zahlen. (Zgonc-Verkäufer (sinngemäß): Wenn wir gute Produkte auch anbieten kauft niemand den Ramsch). Somit wäre die einzige Prodestmöglichkeit gar nicht kaufen. Argument Arbeitsplätze erhalten? Wenn alle so agieren führt das nur dazu, dass wir ALLE öfter kaufen müssen - wir erhalten uns unsere Arbeitsplätze selber, den Gewinn streichen die Unternehmer/Konzerne ein.
  • Geplante Obsoleszenz, geplante Inkompatibilität gepaart mit inhaltsloser aber stimulierender Werbung
    von good vibrations am 24.09.2016 um 16:29
    ...bringt uns um mehr als zwei Wochen arbeitsfreie Zeit und müllt den Planeten zu, bereichert aber hauptsächlich die Großkonzerne.Für die ist ein Produkt überhaupt nur ein Kostenträger, ansonsten ohne Verantwortung und nicht für unsere Bedürfnisse hergestellt. Geplante Obsoleszenz gibt es in den USA flächendeckend seit ende der 50-er und ist Grundlage der globalen Wirtschaft. Dies und einiges weiteres in einem erhellenden Vortrag von Prof Christian Kreiß: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61165
  • Geschirrspüler AEG um 700 Euro Schrott
    von jue5761 am 26.12.2014 um 21:23
    Nach 2 Jahren und 3 Monaten ist die Wanne durchgerostet. Garantie ist vor 3 Monaten abgelaufen. Für mich ein Totalschaden.
  • GRUNDIG Radiowecker Sonoclock 690
    von walterbasch am 15.07.2014 um 13:24
    Kurz nach Ablauf der Garantie bei meinem GRUNDIG Radiowecker Sonoclock 690 war plötzlich der Senderspeicher weg und die Zeitanzeige blinkte trotz neuer Stützbatterie. Meine Bitte um Kulanzreparatur wurde von Grundig mit "Diese Geraete sind irreparabel.....tut uns leid..." beantwortet. Nach gründlicher Recherche im Internet konnte ich unzählige Betroffene finden, bei denen das gleiche Gerät mit identischem Fehler kurz nach Ablauf der Garantie unbrauchbar wurde. Ich liess nicht locker und fand heraus, wie das Gerät mit geringstem Aufwand von wenigen Cent zu reparieren ist. Die Anleitung für den Austausch des zu schwachen SMD-Transistors Q110 gegen einen gängigen PNP-Transistor habe ich bei den Amazon-Kundenrezensionen gepostet und inzwischen etliche Zuschriften auf briwal@gmx.at über erfolgreiche Reparaturen aus Österreich und Deutschland erhalten. Auf Anfrage werden die erforderlichen Unterlagen (Mainboard-Stromlauf- und Bestückungsplan) gern kostenlos per Mail übermittelt. Mir ist unverständlich, warum GRUNDIG wegen weniger Cent hunderte Kunden verärgert
  • Lebensdauer Drucker HP 7510 e: genau eine Garantie lang !
    von peter20 am 27.02.2014 um 22:33
    Ich habe diesen Drucker am 24.01.2012 installiert. Der Drucker ist an und für sich sehr gut und erfüllte alle meine Erwartungen, aber genau am 08.01.2014 war lt. Help-Funktionen der Druckerkopf kaputt (druckte nur Farbflächen, aber keine Druckzeichen). Habe den Druckkopf ausgetauscht, dann funktionierte der Drucker wieder bis zum 27.02.1014. Jetzt ist der gleiche Fehler wieder da. Mir scheint jeder weitere Versuch zur Reparatur sinnlos.