KONSUMENT.AT - Pfefferproduktion - Selbstmorde in Südindien

Pfefferproduktion

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 19.01.2012

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Selbstmorde in Südindien

Heimat des schwarzen Pfeffers ist die südindische Provinz Kerala an der Malabarküste, wo die Situation noch prekärer ist. Hier führten die Schuldenfalle, schwankende Preise und fehlende Kaufkraft zu einer steigenden Selbstmordrate unter Bauern: In den letzten zehn Jahren haben sich 1.700 Pfefferfarmer das Leben genommen, die meisten davon im Wayanad Distrikt. Grund: Die Kombination aus fallenden Preisen, steigenden Produktionskosten und Ernteverlusten führte dazu, dass viele Farmer ihre Kredite nicht zurückzahlen konnten. Im Gegensatz zum indonesischen Bangka gibt es hier Fairtrade-Initiativen, das Interesse lässt jedoch zu wünschen übrig.

Bild: danwatch.dk
Arbeitsbedingungen
spielen keine Rolle.

In den Anbauländern Indien, Indonesien und Vietnam gehört zudem ausbeuterische ­Kinderarbeit zum Alltag. Die Kinder müssen zumeist ohne ausreichenden Schutz in der Gewürzproduktion arbeiten und sind dadurch Gefahren wie dem Einatmen des ­scharfen Gewürzstaubes ausgesetzt. Aufgrund ­ihrer Arbeit können die Kinder kaum bzw. gar nicht die Schule besuchen. 

Grüner Pfeffer aus Brasilien

Brasilien produziert schwarzen, weißen und grünen Pfeffer; die Anbaugebiete liegen entlang des Amazonas, in der Provinz Pará. Seit dem Nachlassen der Produktion in Madagaskar hält Brasilien fast ein Monopol auf grünen Pfeffer, das allerdings durch die stei­gende indische Produktion gefährdet scheint. Brasilianischer schwarzer und weißer Pfeffer gilt als ziemlich mild. Über die Arbeitsbedingungen von brasilianischen Pfefferbauern ist wenig bekannt, nach Einschätzung von regierungsunabhängigen Experten sind die Bedingungen im Gewürzanbau jedoch generell prekär.

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Kommentare

  • Fairtrad - Pfeffer
    von haribobo am 26.01.2012 um 15:36
    Ich war 27 Jahre in einer Industriefirma die Gewürze für Fleisch und Wurst verarbeitet.Es wurden hier so um die 60 Tonnen Pfeffer jährlich verarbeitet.Es wurde nicht der geringste Gedanke verschwendet wie dieser Pfeffer auf den Markt gekommen ist.Das wichtigste bei diesen Geschäften war 1.der Preis( das wichtigste Kriterium),2.die Qualität(wieviel ätherische Öle sind enthalten, ansonsten mußte mit der noch teureren Chemie nachgeholfen werden) Durch ständiges Suchen nach billigster Ware wurden auch so manche Schätze wie Steine, rostige Nägel,zahlreiche verschiedene Schrauben,Stroh,Kot von Tauben oder Hühnerentdeckt. Der Pfeffer wurde zwar maschinell Gereinigt durch Seperatoren und Siebe und anschließend gemahlen oder geschrottet.Ich habe in meiner aktiven Zeit sehr viel mit der Qualität des Pfeffers erlebt und das alles nur wegen der ständigen Preisdrückerei