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Reparaturanleitungen im Internet

Hilfe zur Selbsthilfe

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KONSUMENT 7/2013 veröffentlicht: 27.06.2013, aktualisiert: 25.07.2013

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Suchmaschinen öfter nach "Reparatur" gefragt

Diese Einschätzung könnte mit steigendem Bewusstsein der Konsumenten für das Thema Obsoleszenz langsam an Wirksamkeit ein­büßen, wie beispielsweise die statistische Entwicklung der aus Österreich generierten Suchanfragen bei Google zeigt: Anfragen nach "Reparatur“ stiegen zwischen April 2007 und April 2013 um rund ein Drittel. Das mag nicht die Welt sein, als Indiz für das Wiedererstarken des Reparaturwunsches kann der Zuwachs aber wohl durchaus gewertet werden.

Der große Trick

Genährt wurde und wird die immer noch ­vorherrschende Reparaturabneigung von Konsumenten durch einen Standardsatz von Vertragswerkstätten, Händlern und Her­stellern, den wohl jeder schon einmal gehört hat: „Die Reparatur lohnt sich nicht mehr, kaufen Sie doch besser gleich...“

Irrwitzige Kostenvoranschläge

Manchmal bleibt es bei der simplen Behauptung, manchmal werden irrwitzige Kostenvoranschläge zur Untermauerung heran­gezogen. So berichtet etwa unser Leser ­Alfred P. von einer gebrochenen Batterie­halterung für die Drehzahlregelung eines Miele-Staubsaugers. Auf entsprechende ­Anfrage habe der in der Vergangenheit oft für Produktqualität und Kulanz gelobte Hersteller mitgeteilt, es müsse die Elektronik ­ersetzt werden. Kostenpunkt: 400 Euro (der Staubsauger hatte 399 Euro gekostet). Unser Leser: "Ich kaufte bei Conrad Electronic den exakt gleichen Batteriehalter um 1,49 Euro, tauschte ihn aus und seitdem funktioniert das Ding wieder einwandfrei.“

Ähnliche Beispiele – quer durch alle Produktgruppen – erreichten uns nach unserem Bericht zum Thema „geplante Obsoleszenz“ zu Dutzenden. Ein Danke an unsere Leserinnen und Leser, wir behalten Ihre ­Berichte im Auge.

Reparaturanleitungen

Was bei vielen Produkten – vor allem in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Smartphones, Tablet-PCs, Laptops, Espressomaschinen etc. – vorerst aussichtslos scheinen mag, ist dennoch häufig machbar. Denn der globalen Marktmacht der Hersteller steht mittlerweile das globale Wissen der Konsumenten gegenüber. Und das kann sich sehen lassen: Reparatur-Websites mit hundert­tausenden Teilnehmern und Millionen von Anleitungen und Anleitungstipps sind keine Seltenheit mehr. Aber auch kleine Sites mit nur einigen Dutzend Einträgen zu sehr speziellen Fragen oder Produkten können äußerst hilfreich sein.

Gründliche Filterung der Reparatur-Websites

Natürlich gilt: Wo Licht, da Schatten. Bei der ersten Eingabe Ihres Suchbegriffs plus "Reparatur“ oder „repair“ in eine Suchmaschine mögen Sie überrascht sein von der Vielzahl der Treffer. Doch diese Freude ist verfrüht. Die Links führen häufig auf Websites, die lediglich behaupten, eine Reparaturanleitung zur Verfügung zu stellen. In Wahrheit wird der Nutzer im Kreis geschickt, von einer mit Werbung überladenen Seite zur nächsten, oder überhaupt zu anderen Websites umgeleitet. Am Ende steht für den Betreiber die Werbeeinnahme, für den User aber keine Reparaturanleitung.

Websites ohne Täuschungsabsicht

Wir haben deshalb einige handverlesene Sites zusammengetragen, bei der wir diese Täuschungsabsicht nicht feststellen konnten (siehe unsere Tabelle: Reparaturanleitungen im Internet). Natürlich lohnt auch das Nachschauen auf der Website Ihres Herstellers sowie in den diversen produkt-spezifischen Foren, sofern vorhanden.

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Kommentare

  • Kennzeichnung
    von ritus am 01.07.2013 um 09:02
    Wäre es vielleicht denkbar, eine Art Kennzeichnung zu enwtickeln, die schon beim Kauf erkennbar macht, ob alle für den Betrieb wesentliche Bauteile austauschbar und als Ersatzteile erhältlich sind. Wer sich dafür interessiert, kann somit beim Kauf entscheiden, ob er /sie dieses oder ein anderes Produkt kauft.