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Supermärkte

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Konsument 8/2004 veröffentlicht: 23.07.2004

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Mängelliste: Was uns sonst noch aufgefallen ist

Ein Preisvergleich ist das eine, was aber bekommen die Kunden in den Supermärkten geboten? Diskonter haben ein Schmuddelimage, während die großen Verbrauchermärkte versuchen, Einkaufen zum Erlebnis zu gestalten. Zumindest was die Übersichtlichkeit und die Preisauszeichnung betrifft, hält diese Vorstellung der Realität nicht stand.

  • Wege: Das beschränkte Angebot in Diskontläden erlaubt eine gewisse Großzügigkeit. Produkte sind leicht auffindbar, gut gekennzeichnet, die Wege durch den Markt geradlinig, sodass man den Einkauf schnell erledigen kann. Supermärkte dagegen zwingen zum Verweilen, es gibt endlos lange Regalfluchten, man muss lange suchen, um ein Produkt zu finden. Besonders negativ fiel uns die Merkur-Filiale in Wien, Landstraßer Hauptstraße, auf: Überall stehen halb ausgepackte Waren, man kann sich mit dem Einkaufswagen kaum einen Weg bahnen.
  • Preisauszeichnung: Der Platzmangel in den großen Märkten wirkt sich auch auf die Preisauszeichnung aus. Kleine Preisetiketten mit kaum mehr lesbaren Angaben über den Grundpreis; zu manchen Produkten fehlen die Etiketten; umgekehrt gibt es Etiketten, die Produkte sind aber nicht auffindbar. Etiketten werden übereinander geschoben, große Angebotstafeln verdecken wichtige Informationen für andere Artikel (vor allem bei Billa, Spar und Zielpunkt ). Besonders unübersichtlich sind die Preisangaben zum Inhalt der Tiefkühltruhen, entweder in einer Preisleiste darüber oder gar an der Frontseite der Truhen 60 Zentimeter über dem Boden. Negativbeispiel: Zielpunkt in Gablitz.
  • Temperatur: Die Einhaltung der notwendigen Höchsttemperatur von Tiefkühlware (minus 18 Grad C) ist nicht immer gewährleistet. Die Befüllungsmarkierung (Grenze, bis zu der Ware aufgefüllt werden darf) ist oft wegen Vereisung nicht auszumachen. Überschreitungen der Mindesttemperatur sind an der Tagesordnung. Bei Spar in Wien, Schönbrunner Straße, lagen sämtliche angezeigten Kühltemperaturen über dem zulässigen Wert von minus 18 Grad. Den Spitzenwert lieferte MPreis /Innsbruck, Museumstraße: minus 12 Grad, wenn auch nur bei einer Truhe.
  • Gewicht: Das Gewicht von Semmeln kann sehr stark divergieren. Für eine 10er-Packung wurden zwischen 433 und 513 Gramm gewogen – das bedeutet, dass 10 Semmeln in einem Fall so viel wiegen wie 12 in einem anderen. So wird mehr Inhalt vorgetäuscht, als eigentlich drinsteckt ( Spar, Mondo, Zielpunkt ). Positiv endete die Überprüfung der Genauigkeit der Waagen im Obst- und Gemüse-Bereich. Das ausgedruckte Gewicht stimmte fast überall mit dem tatsächlichen überein.

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